Kinderreport Deutschland 2020: Die Bedeutung des Draußenspielens

Kinderreport-2020_CoverDas Deutsche Kinderhilfswerk hat den Kinderreport Deutschland 2020 veröffentlicht. Der jährlich erscheinende Kinderreport des Deutschen Kinderhilfswerkes berichtet über den aktuellen Zustand der Umsetzung von Kinderrechten aus Sicht von Kindern und Erwachsenen. Die Ergebnisse des Kinderreports liefern Impulse, Optionen und Handlungsvorschläge für politische Gestaltungsprozesse im Interesse von Kindern. Im aktuellen Kinderreport geht es vor allem um die Bedeutung des Draußenspielens für Kinder.

Für den Kinderreport 2020 des Deutschen Kinderhilfswerkes führte das Politikforschungsinstitut Kantar Public zwei Umfragen, eine unter Kindern und Jugendlichen (10- bis 17-jährige) und eine unter Erwachsenen (ab 18-jährige), in Deutschland durch. Befragt wurden insgesamt 1.644 Personen, davon 624 Kinder und Jugendliche sowie 1.022 Erwachsene. Der Kinderreport 2020 behandelt unter anderem folgende Themen:

  • Wichtigkeit des Draußenspielens für Kinder
  • Was Kinder am Draußenspielen hindert
  • Was Kindern das Draußenspielen erleichtern würde
  • Mitbestimmung von Kindern bei der Stadt- und Freiflächenplanung

Die Publikation stellt die Ergebnisse vor und bietet darüber hinaus einen ausführlichen fachlichen Hintergrund für ein besseres Verständnis zum Spielen von Kindern aus kultureller und kinderrechtlicher Sicht. Mit dem Kinderreport 2020 möchte das Deutsche Kinderhilfswerk angesichts der zunehmenden Pädagogisierung, Digitalisierung und Motorisierung unserer Gesellschaft einen Beitrag zu einer konsequenten Umsetzung des Rechts auf Spiel leisten.

Draußenspiel erleichtern
Ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland fordert grundlegende Maßnahmen, um das Draußenspielen von Kindern zu erleichtern. So plädieren fast alle Befragten für eine bessere Erreichbarkeit von Orten zum Draußenspielen beispielsweise durch kostenlose Busse und Bahnen, sichere Radwege oder grüne Wegeverbindungen.

Sehr große Mehrheiten plädieren zudem für mehr Spielorte, die sich ganz in der Nähe der Wohnung befinden, wie ein kleiner Spielplatz, eine Wiese oder eine Spielstraße. Auch mehr verkehrsberuhigte Bereiche in Wohngebieten, sogenannte Spielstraßen, werden eindeutig favorisiert. Zudem wird ein autofreier Sonntag einmal im Jahr, an dem Kinder überall auf den Straßen spielen können, von einer Mehrheit der Befragten befürwortet.

Hauptgründe für Kinder und Jugendliche, nicht draußen zu spielen, sind das Fehlen anderer Kinder zum Spielen und fehlende Zeit. Erwachsene sehen vor allem in anderen Kindern und Jugendlichen, die Kinder ärgern, belästigen oder ängstigen sowie in der Gefährlichkeit des Straßenverkehrs die Haupthinderungsgründe.

Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes: "Die Ergebnisse des Kinderreports 2020 zeigen die grundsätzliche Einschätzung der Menschen zum Draußenspiel vor der Corona-Pandemie. Als zentraler Hinderungsgrund wird von den befragten Kindern das Fehlen Gleichaltriger zum Spielen angegeben. Dies deutet unter anderem darauf hin, dass es vielerorts an zugänglichen Treffpunkten und Angeboten im direkten Lebensumfeld fehlt, an denen sich Kinder begegnen. Insbesondere Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind deshalb eminent wichtig und müssen ausgebaut werden. Wir brauchen aber auch endlich kindgerechtere Kommunen in Deutschland. Dazu gehören ausreichend Freiflächen für das kindliche Spiel, beteiligungsorientierte Spielraumkonzepte und der Einsatz bewährter Instrumente wie der Spielleitplanung."

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Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Hrsg.):
Kinderreport Deutschland 2020
Die Bedeutung des Draußenspielens für Kinder

Berlin 2020
64 Seiten

Der Kinderreport 2020 sowie eine Zusammenfassung und weitere Informationen stehen unter www.dkhw.de zum kostenlosen Download bereit.

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