Weiterbildung zur Familienkinderkrankenschwester erfolgreich etabliert

Die Stiftung Eine Chance für Kinder setzt erneut Standards für den Kinderschutz in Deutschland. Neben Familienhebammen werden in Hannover seit 2012 "Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen" (Familienkinderkrankenschwestern) auf hohem Niveau für die kommunalen Netzwerke der Frühen Hilfen qualifiziert. Staatlich examinierte Kinderkrankenschwestern und Kinderpflegerinnen, aber auch außerhalb Niedersachsens tätige Hebammen mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung, können sich während eines knappen Jahres berufsbegleitend in Hannover fortbilden, um Kinder frühzeitig vor Vernachlässigung und Misshandlung zu bewahren. Der zweite Kursus ist im Oktober 2014 erfolgreich zu Ende gegangen; der dritte steht kurz vor dem Abschluss. Der vierte Durchgang beginnt im Dezember 2014 und ist bereits ausgebucht. Insgesamt haben sich damit bereits über 70 Fachfrauen aus den genannten Gesundheitsberufen für diese Zusatzqualifikation entschieden, die vom Land Niedersachsen gefördert wird.

Familienkinderkrankenschwestern ergänzen kommunale Kinderschutznetzwerke
In Niedersachsen setzen die Kommunen als Trägerinnen der Kinder- und Jugendhilfe seit 2013 zunehmend auch Familienkinderkrankenschwester ein. Derzeit beraten und begleiten ca. 50 dieser Expertinnen in enger Kooperation mit anderen Fachkräften der Frühen Hilfen junge Familien mit Säuglingen in Risikosituationen bis zum Ende des dritten Lebensjahres eines Kindes. "In jedem Fall dauert die Betreuung aber so lange, bis sich die Lebenssituation der Familien nachhaltig stabilisiert hat, eine Bindung zwischen Eltern und Kind entstanden ist und keine Gefahr mehr für das Wohl des Kindes besteht", betont Prof. Dr. Adolf Windorfer, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Zielgruppen sind Familien und ihre Kinder in schwierigen sozialen und psychosozial belastenden Lebenslagen, die oft mit erheblichen gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind einhergehen.

Anspruchsvolle Zusatzqualifikation
Die zehn Module der anspruchsvollen Qualifikation umfassen insgesamt 270 Unterrichtseinheiten (Seminarstunden von jeweils 45 Minuten), münden nach elf Monaten in eine Facharbeit und eine finale Prüfung. Schulungsinhalte sind u.a. Grundlagen des Kinderschutzes, spezifische Rechtsvorschriften, Identifizierungen von Störungen bei Kindern und Eltern, entwicklungs- und gesundheits-fördernde Ansätze für die Elternarbeit, professionelle Familienberatung. Der Unterricht findet in den Schulungsräumen der Stiftung in Hannover variabel zwischen Freitag und Montag statt. Die Fortbildung ist in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen als Bildungsurlaub anerkannt. "Die Stiftung verfolgt damit das Ziel, für Kinderkrankenschwestern die staatlich anerkannte Weiterbildung zur Familienkindergesundheitspflegerin oder Familienkinderkrankenschwester zu etablieren, also ein bundesweit anerkanntes Berufsbild zu prägen, wie es bereits mit den Familienhebammen gelungen ist", betont Windorfer. Die gegenwärtig von der Stiftung angebotene Qualifizierung orientiert sich an der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern, die ein Kompetenzprofil vorschreibt, das bisher aber noch nicht vorliegt.

Stiftung Eine Chance für Kinder
Eine-Chance-fuer-Kinder_LogoDie Stiftung setzt sich dafür ein, Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung zu verhindern. Unter dem Leitbild "Stark machen für die Schwächsten" engagiert sie sich seit fast 14 Jahren dafür, die aufsuchende, niedrigschwellige Arbeit von Familienhebammen und jetzt auch von Familienkrankenschwestern als wichtige Bindeglieder in die Kinderschutznetzwerke vor Ort zu verankern – möglichst bundesweit. Hierzu gehören vor allem die von der Stiftung selbst umgesetzten Maßnahmen wie der Einsatz von Familienhebammen zur Betreuung von Familien während des gesamten ersten Lebensjahres eines Kindes. Weitere Maßnahmen sind die Weiterbildung und Zertifizierung von Kinderkrankenschwestern zu Familienkinderkrankenschwestern und von Hebammen zu Familienhebammen sowie die Hilfe bei dem Ausbau des flächendeckenden Einsatzes von Familienhebammen. Die Arbeit der Stiftung beinhaltet auch den Aufbau und die Trägerschaft von Familienhebammenzentralen. Weiter kommen hinzu der altersgerechte Unterricht an Förder- und Hauptschulen zur Förderung von Sozialkompetenz und eines verantwortungsvollen Umgangs mit Sexualität (Schulprojekt "Lebensplan"), die Akuthilfe für in sozialen Notlagen befindliche junge Familien (Nothilfefond) sowie die Unterstützung von Schwangeren durch Hebammenhilfe und von unehelich geborenen Säuglingen in Ländern der "3. Welt".


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Pressemitteilung der Stiftung Eine Chance für Kinder vom 10.10.2014
www.eine-chance-fuer-kinder.de

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