10 Jahre HSBN als sozialpolitisches Instrument

HSBN-2018Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) hat sich zu einer etablierten Grundlage für die notwendige politische Diskussion über Armut und Armutsrisiken entwickelt. Die Vorstellung des Berichts zur HSBN 2018 war daher auch Anlass, das 10-jährige Jubiläum des wichtigen sozialpolitischen Instruments zu würdigen. Staatssekretär Heiger Scholz begrüßte am 27. Juni 2018 Fachleute aus Kommunen und Verbänden zur landesweiten Fachtagung in Hannover.

Der Bericht zur HSBN wird durch das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt und vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung herausgegeben. Der diesjährige Bericht zeige, dass nicht alle Menschen von den positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt profitieren können, stellte Staatssekretär Heiger Scholz fest. Die Armutsgefährdungsquote hat sich im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozent erhöht. Kinder und Alleinerziehende sind nach wie vor übermäßig stark von Armut bedroht. Hinzu kommt, dass die Armutsgefährdung bei den Ausländerinnen und Ausländern und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ansteigt, während sie bei Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte und mit deutscher Staatsangehörigkeit sinkt.

Die HSBN trägt dazu bei, die Diskussion über diese und andere Sachverhalte und Zusammenhänge zu qualifizieren.

Die Landesregierung setzt einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Armut und gesellschaftlicher Ungleichheit unter anderem mit der Förderung von 1.000 Plätzen öffentlicher Beschäftigung und einem begleitenden Coaching Programm zur Arbeitsintegration von Langzeitarbeitslosen.

Das Land hat sich außerdem für eine Erhöhung des Kindergelds, des Kinderzuschlags, des Wohngelds und die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses eingesetzt. Aktuell untersucht eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Federführung Niedersachsens Möglichkeiten wirksamerer Leistungssysteme für Kinder wie z. B. das System einer Kindergrundsicherung.

Für geflüchtete Menschen hat das Land ein Sprachlernangebot aufgebaut und fördert den Berufseinstieg jugendlicher Geflüchteter. Daneben fördert das Land ein breites Beratungsangebot für zugewanderte und zuwandernde Menschen beispielsweise bei der Wohnungssuche, bei der Vermittlung in eine notwendige medizinische Behandlung, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder bezüglich des Schulbesuchs ihrer Kinder.

Der Bericht zur HSBN 2018 wird durch einen Anlagenbericht der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) zum Thema Flüchtlingshilfe ergänzt, der ebenfalls während der Fachtagung vorgestellt wurde. Die LAG FW ist Mitglied im Lenkungsausschuss der HSBN, in dem neben Fachpersonen der Ministerien und des Landesamtes für Statistik auch Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Freien Wohlfahrtspflege und der Familienverbände vertreten sind.


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Die Inhalte des Berichts zur HSBN 2018 werden demnächst auch unter www.sozialberichterstattung-niedersachsen.de veröffentlicht.

Der Bericht zur HSBN 2018 ist abrufbar unter www.ms.niedersachsen.de

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