Elterngeld-Väter unterstützen das berufliche Fortkommen ihrer Partnerinnen

"Setzt er länger aus, steigt sie schneller ein" - so fasst die Hans-Böckler-Stiftung erste Ergebnisse einer Studie zum Elterngeldbezug zusammen: Väter, die für mehr als zwei Monate den Nachwuchs betreuen, unterstützen demnach ihre Partnerinnen nicht nur bei der Berufstätigkeit, sondern engagieren sich auch später stärker in der Familienarbeit.

Das Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra) hatte, finanziert von der Hans Böckler Stiftung, von März bis Juni 2013 "Elterngeld-Väter" und ihre Partnerinnen befragt. Außerdem wurden Väter, die sich gegen eine Auszeit entschieden haben, nach ihren Motiven befragt.

Vorläufige Ergebnisse der vorliegenden Stichprobe weisen demnach darauf hin, dass Väter mit einer längeren Elterngeldzeit von drei Monaten oder mehr das berufliche Fortkommen ihrer Partnerinnen aktiv unterstützen.

Sie reduzieren ihre eigene Arbeitszeit im Anschluss an die Elternmonate häufiger und länger, und beteiligen sich auch häufiger zu gleichen Teilen an Hausarbeit und Kinderbetreuung als Väter, die nur zwei Partnermonate nutzen. Mütter nutzen den Freiraum und werden schneller wieder erwerbstätig.

Die "stärker egalitär orientierten" Väter bezogen drei Monate oder länger Elterngeld. Ihre Partnerinnen haben häufig eine hohe berufliche Qualifikation und ein ähnlich hohes Einkommen wie sie selbst. 29 Prozent der befragten Elterngeld-Väter zählen zu dieser Gruppe. Die 71 Prozent Elterngeld-Väter, die sich lediglich für die beiden Paarmonate entscheiden, verdienen häufiger mehr und arbeiten länger als ihre Partnerin.

Zu ihren Motiven gaben die "stärker egalitär orientierten" Väter an, sie wollten mit ihrer Entscheidung das berufliche Fortkommen ihrer Partnerin unterstützen. Bei den Vätern, die sich lediglich für ein bis zwei Partnermonate entschieden, antworteten dies nur 31 Prozent.

79 Prozent der Mütter mit "stärker egalitär orientierten" Partner stiegen innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt wieder in ihren Beruf ein. Wo der Partner nur für ein bis zwei Monate zu Hause blieb, kehrten nur 24 Prozent der Partnerinnen nach einem Jahr oder früher ins Berufsleben zurück.

Ihren eigenen Anteil an Hausarbeit und Kinderbetreuung gaben Väter mit längerem Elterngeldbezug mit 40 bis 60 Prozent an, ein Zehntel mehr als 60 Prozent. Deutlich häufiger arbeiten diese Väter nach den Elternmonaten in Teilzeit.

zurück …

Eine erste Analyse der Studienergebnisse veröffentlicht die Hans-Böckler-Stiftung in
Böckler Impuls Ausgabe 02/2014

zurück …