Familienmobilität im Alltag

Familienmobilitaet-im-Alltag Wie sieht Familienmobilität aus und wie müssten Mobilitätsangebote in Stadt und Land gestaltet sein, um Familien gezielt anzusprechen und zu entlasten? Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellt Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Zusammenhang von Mobilität, alltäglichen Aktivitäten und Zeitbudgets von Familien (Laufzeit: Dezember 2013 - Juli 2015) in einer Broschüre vor.

Die Aktivitäts- und Mobilitätsmuster von Familien sind komplex und zeitlich, räumlich und personell auf vielfache Weise verflochten: Immer mehr Mütter sind erwerbstätig, die Erwerbsbiografien werden lückenhafter und unbeständiger, Schulstandorte werden geschlossen, Einzelhandel und Dienstleister werden zentralisiert, Kinder haben Tages- und Wochenpläne voller Aktivitäten.

Auf der anderen Seite nehmen auch die Mobilitätsangebote zu. Sie reichen vom stationsunabhängigen Carsharing, Leihfahrrädern und Leih-Pedelecs, innerstädtischen Fahrradgütertransport bis zu Mobilitätskarten zur integrierten Nutzung verschiedener Verkehrsangebote.

Die Mobiliätsbedürfnisse von Familien werden in der Mobilitätsforschung und Verkehrsplanung häufig übersehen. Auch viele Verkehrsunternehmen und Carsharing-Anbieter haben Familien noch nicht als eigene Zielgruppe entdeckt. Die Ergebnisse der BMVI-Studie geben nun wichtige Hinweise für Fachleute aus Kommunen und Verwaltungen zur Planung und Umsetzung familiengerechter Mobilitätsangebote und zur Verkehrswegeplanung:

  • Eltern sind in ihrer Mobilität stark an den Nahraum gebunden.
  • Frauen übernehmen häufiger die Betreuungs- und Versorgungsaufgaben, sie legen deutlich geringere Distanzen zurück als Männer und begleiten ihre Kinder bedeutend häufiger als es Väter tun.
  • Geschlechtsspezifische Rollenmuster äußern sich bereits in der Mobilität von Kindern: Mädchen werden in fast jeder Altersgruppe auf dem Schulweg häufiger begleitet als Jungen.
  • Begleitwege sind ein zentrales Element der Familienmobilität: Die Begleitung am Morgen wird in der Regel mit den Wegen zur Arbeit gekoppelt. Viele Eltern schätzen Begleitwege auch als "gemeinsame Zeit mit den Kindern", sie können ein willkommener "Puffer" zwischen Arbeitswelt und Zuhause sein.
  • Insbesondere bei getrennt lebenden Elternteilen sind genaue Absprache über die verwendeten Verkehrsmittel und evtl. benötigte Ausrüstung notwendig. Handlungsbedarf ergibt sich in solchen Fällen insbesondere bei der Bereitstellung von Infrastruktur (Flächen und Abstellanlagen für Fahrradanhänger, Kindersitze) und bei der Vernetzung der Verkehrsträger.

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Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.)
Familienmobilität im Alltag
Berlin 2015

Download und Bestellung unter www.bmvi.de

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