Kampagne 'Medien - Familie - Verantwortung'

Smartphones sind nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Surfen, WhatsApp-Nachrichten, Chats, Facebook, Instagram, Fotografie und Navigation sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Apps sind nur einige der zahlreichen Helfer, die in ein Smartphone integriert und immer und überall genutzt werden können.

Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?
Die Kampagne Medien-Familie-Verantwortung will zum Nachdenken anregen und Eltern sensibilisieren: Sind das Telefonat oder die Nachrichten, die gerade eingehen, wirklich so wichtig? Wäre es nicht schöner, den Moment mit dem Kind zu genießen, statt zu überlegen wie und wo man den Moment am besten postet?

Die Niedersächsische Landeskoordination Bundesinitiative Frühe Hilfen unterstützt mit zwei Plakatrohlingen die Kampagne Medien – Familie – Verantwortung. Dafür stellt das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie als Inhaber des einfachen Nutzungsrechts die Bilddateien zum Download zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Kommunen und mögliche Netzwerkpartner gemäß dem Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG).

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Die Plakate können durch Kontaktdaten, Logos und/oder QR-Codes ergänzt und bspw. in Gesundheitsämtern, Sozialämtern, Gemeinsamen Servicestellen, Schulen, Polizei, Ordnungsbehörden, Agenturen für Arbeit/Jobcenter, Krankenhäusern, Sozialpädiatrischen Zentren, Frühförderstellen, Beratungsstellen, Einrichtungen zum Schutz gegen Gewalt, Familienbildungsstätten und Familiengerichten ausgehängt werden.

Die Plakatrohlinge zur Kampagne stehen in der Rubrik "Öffentlichkeitsarbeit" auf der Website des Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie zum kostenlosen Download zur Verfügung. Bitte beachten Sie die Nutzungsrechte!

Hintergrund

Smartphones sind nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Surfen, WhatsApp-Nachrichten, Chats, Facebook, Instagram, Fotografie und Navigation sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Apps sind nur einige der zahlreichen Helfer, die in ein Smartphone integriert und immer und überall genutzt werden können. Allein für Deutschland prognostiziert der Branchenverband Bitkom knapp 28 Millionen verkaufte Smartphones für das Jahr 2016.

Und trotzdem gibt es Zeiten, in denen Eltern sich überlegen sollten, das Smartphone auch mal wegzulassen. So ein Moment sind die schönen Stunden, die Sie mit ihren kleinen Kindern verbringen. Was gibt es Schöneres als den eigenen Kindern beim Spielen zuzuschauen, erste Worte wahrzunehmen oder erste Schritte mitzubekommen?

Bemerkt die Mutter aber auf dem Spielplatz erst nach dem fünften Rufen der Tochter, dass sie beim Lesen einer Mail vergessen hat, die Schaukel anzuschubsen, und streichelt der Vater häufiger über sein Smartphone als dem Sohn über den Kopf, dann fühlen sich Kinder vernachlässigt. Dies zeigen verschiedene Umfragen und Studien:

Laut einer Studie in Norwegen, gaben elf Prozent der befragten Mädchen und Jungen an, dass sie sich wegen des Internets von ihren Eltern vernachlässigt fühlen. Die Kinder bemängeln nicht etwa die körperliche Abwesenheit, sondern die mentale: Über Smartphones und andere Internetzugänge würden die Eltern einfach verschwinden.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Yougov bestätigt diesen Trend für Schweden. Dort ist es sogar jedes dritte Kind, das darunter leidet, dass sich seine Eltern oft lieber mit ihrem Handy als dem eigenen Nachwuchs beschäftigen. Zwölf Prozent der Eltern gaben zu, ihre Kinder auf Spielplätzen oder Schwimmbädern nicht genügend beaufsichtigt zu haben, weil sie mit ihren Smartphones beschäftigt waren.

AVG (Anti-Virus Grisoft) befragte 6.000 Personen um das Verhältnis zwischen Eltern, Kindern und Smartphones zu untersuchen. Dabei fanden 54 Prozent der Kinder, dass ihre Eltern zu viel mit dem Smartphone beschäftigt sind, 32 Prozent fühlen sich unwichtig, wenn ihre Eltern vom Smartphone abgelenkt sind. Gleichzeitig gaben 52 Prozent der Eltern an, dass sie das Smartphone zu oft zu nutzen.

Es gibt noch keine Zahlen, die den Umgang von deutschen Eltern mit der Smartphone-Nutzung und einer möglichen reduzierten Aufmerksamkeit auf die Kinder belegen, aber ein Blick auf die heimischen Spielplätze, Freizeitanlagen oder ähnliches zeigen häufig ein ähnliches Szenario. Für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist die Auseinandersetzung mit den Eltern, ihrer Aufmerksamkeit und ihrem Lob unersetzlich, damit eine Bindung entsteht.

Die Bindungsforschung belegt, dass Kinder in den ersten beiden Lebensjahren – besonders in den ersten zwölf Monaten – eine erwachsene Bezugsperson brauchen, die sehr dicht mit ihnen kommuniziert und interagiert. Das gibt den Kindern Sicherheit und ist wichtig für ihre Entwicklung. Gerade am Anfang läuft Kommunikation über Blickkontakt und geteilte Aufmerksamkeit.

Wenn Eltern aber ständig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind, vergeben sie wichtige Gelegenheiten, das aufzugreifen, was ihr Kind gerade beobachtet und seine Handlungen im Alltag sprachlich zu begleiten.

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Quelle: Pressemitteilung LS Niedersachsen, 28.03.2017

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