Häusliche Gewalt - Was tun?

Gewalt in der Familie ist meist ein Tabu-Thema - für Betroffene wie für Außenstehende. Und häusliche Gewalt gibt es in vielen Formen, beispielsweise als

  • körperliche und sexuelle Misshandlung,
  • Beschimpfung, Demütigung und Bedrohung,
  • Isolierung von Freundinnen, Freunde, Familie
  • oder als ökonomische Gewalt durch verweigern von frei verfügbarem Geld.

Dabei geht es immer um Macht und Kontrolle gegenüber dem Opfer.

Hier finden Sie Anlaufstellen, Hilfs- und Beratungsangebote sowie weiterführende Informationen, wie Sie sich selbst schützen oder Betroffenen helfen können:

Im Notfall: Platzverweis

In Krisensituationen und Notfällen helfen Notruf-Telefone und die Polizei (Notruf 110). Bei häuslicher Gewalt spricht die Niedersächsische Polizei im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG) gegen Täter Platzverweise für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen aus. Über die Dauer entscheidet die Polizei in jedem Einzelfall vor Ort. Darüber hinaus können Gewalt-Opfer zivilrechtliche Schutzanordnungen beantragen, wie beispielsweise die Überlassung einer gemeinsam genutzten Wohnung.

Webtipp Über die Rechte der Polizei zum Schutz der Opfer häuslicher Gewalt (beispielsweise zum Platzverweis) informiert die Website des Niedersächsischen Sozialministeriums. Dort finden Sie auch Einzelheiten zum Gewaltschutzgesetz sowie Hinweise, was Sie konkret unternehmen müssen, um eine zivilrechtliche Schutzanordnung zu erhalten.

Ohne Gewalt leben - Sie haben ein Recht darauf!
Buchtipp Dieser Rechtsratgeber gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Fragen zum Schutz für Opfer häuslicher Gewalt. Die Broschüre informiert über die zivil-, straf- und polizeirechtlichen Regelungen im Zusammenhang mit Gewalt im häuslichen Bereich. Der Ratgeber gibt auch Auskunft darüber, wie misshandelte Frauen ihre Rechte einfordern können und erläutert die gerichtlichen Verfahren. Er steht als Download auf der Website des Niedersächsischen Sozialministeriums zur Verfügung.

Frauenhäuser, Frauennotruf, Gewaltberatungsstellen für Frauen und Mädchen

Für Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind, stehen auch spezielle Frauennotrufe sowie Beratungs- und Hilfsangebote zur Verfügung - in Niedersachsen gibt es 40 Frauenhäuser und 35 Beratungsstellen, die auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen spezialisiert sind. Die Frauenhäuser bieten Opfern häuslicher Gewalt rund um die Uhr Zuflucht. Zum Schutz der Opfer sind die Adressen geheim. Die Kontaktaufnahme geschieht telefonisch.

Hilfetelefon-Gewalt-gegen-Frauen_LogoBundesweit ist unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 / 116 016 rund um die Uhr ein Hilfetelefon erreichbar. Dort stehen kompetente Ansprechpartnerinnen betroffenen Frauen bei allen Fragen zur Seite. Auf Wunsch werden Hilfesuchende an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt. Das Hilfetelefon berät zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und andere Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden.

www.hilfetelefon.de Auf der Website zur bundesweiten Hotline können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es außerdem einen Zugang zu einer Gebärdendolmetschung. Darüber hinaus sind zahlreiche Infomaterialien eingestellt.

www.frauenhauskoordinierungsstelle.de
Webtipp Die Website der Vernetzungsstelle der Frauenhäuser bietet eine bundesweite Suchfunktion für Frauenhäuser und für Gewaltberatungsstellen für Frauen vor Ort.

www.bv-bff.de Auf der Website des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe gibt es eine bundesweite Suchefunktion für Frauennotrufe und Beratungsstellen vor Ort.

www.wer-schlaegt-muss-gehen.de
Niedersachsen Unter dem Motto "Wer schlägt muss gehen" informiert das Niedersächsische Sozialministerium ausführlich zum Thema häusliche Gewalt und gibt Ratschläge zu ersten Schutzmaßnahmen. Hier finden Sie auch eine Übersicht mit den Kontaktdaten zu den niedersächsischen Frauenhäusern, Gewaltberatungsstellen, Beratungs- und Interventionsstellen.

Niedersachsen In der Adressdatenbank der Website www.kinderschutz-niedersachsen.de finden sich Adressen zu Beratungsstellen in Niedersachsen im Bereich Gewalt gegen Kinder, Gewaltberatungseinrichtungen für Mädchen und Frauen und Kinderschutz-Zentren.

Opferhilfebüros

Die Opferhilfebüros der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen bieten allen Kriminalitätsopfern und deren Familien praktische Unterstützung und Beratung. Das Angebot reicht von psychosozialer Betreuung, Begleitung zu Gerichts-, Anwalts- und ähnlichen Terminen über Informationen zu finanziellen Hilfen und Ansprüchen bis zur Vermittlung weitergehender Hilfen. Finanzielle Hilfen aus den Mitteln der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen können dort ebenfalls beantragt werden. Sie sollen materielle und immaterielle Schäden ausgleichen, die Kosten von Traumatherapien oder Schutzeinrichtungen decken. Büros gibt es in Aurich, Braunschweig, Bückeburg, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade und Verden.

Niedersachsen Betroffene können sich an die 11 regionalen Opferhilfebüros wenden. Adressen, Sprechzeiten sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind auf der Website www.opferhilfe.niedersachsen.de zu finden.

Weitere Informationen, Broschüren und Links

www.gewaltschutz.info
Webtipp Diese vom Bundesfamilienministerium geförderte barrierefreie Website informiert ebenfalls detailliert zu Schutzmaßnahmen. Ein Sonderkapitel geht auf die Rechte von Ausländerinnen ein. Alle Informationen gibt es neben Deutsch auch in Türkisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Polnisch und Serbisch.

Kinder leiden mit
Buchtipp Der Arbeitskreis Neue Erziehung hat einen Extra-Elternbrief zu Thema häusliche Gewalt herausgegeben, der in Deutsch, Arabisch, Russisch und Türkisch kostenlos erhältlich ist. Der Elternbrief richtet sich an das Umfeld von betroffenen Kindern und gibt Hinweise für Rat und Hilfe bei häuslicher Gewalt. Er kann auf der Website des Bundesfamilienministeriums herunter geladen oder als Druckversion bestellt werden.

Mehr Mut zum Reden - Von misshandelten Frauen und ihren Kindern
Buchtipp Die Broschüre richtet sich an alle Beteiligten am Gewaltgeschehen und an alle, die mit misshandelten Müttern und ihren Kindern in Kontakt kommen. Sie kann auf der Website des Bundesfamilienministeriums herunter geladen werden. Die Broschüre steht auch als türkische Version zur Verfügung.

Der Weisse Ring
praktische HilfenDie bundesweite Hilfsorganisation hilft Kriminalitätsopfern und deren Familien. Zu den Angeboten gehören persönlichen Opferbetreuung, Hilfestellungen im Umgang mit den Behörden, Erholungsprogramme, Beratungsschecks für die kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt oder Therapeuten, Rechtsschutz, Begleitung zu Gerichtsterminen sowie Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen. Auf der Website www.weisser-ring.de sind auch Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Weissen Rings vor Ort zu finden.

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