Stärkung der Demokratiebildung an niedersächsischen Schulen

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat die Initiative "Demokratisch gestalten" zur Stärkung der Demokratiebildung an niedersächsischen Schulen präsentiert. Der umfassende Maßnahmenplan beinhaltet unter anderem einen Erlass zur Demokratiebildung, die Stärkung der Friedensbildung, den Ausbau der Kinderrechte und Partizipation im Grundschulbereich sowie die Auslobung eines Demokratie- und eines Nachhaltigkeitspreises.

Übergeordnetes Ziel der Initiative "Demokratisch gestalten" ist es, Kinder und Jugendliche in ihrem Wissen und Engagement für Demokratie und Menschenrechte zu stärken - auch im praktischen Handeln in der Schule. Die Teilhabe und Partizipation soll im Rahmen der gesamten Unterrichts- und Schulkultur verwirklicht werden.

"Wir alle sind gefordert, gefährlichen Entwicklungen wie der Zunahme von Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, aber auch Hate Speech und Fake News entgegenzuwirken. Eine gute Bildung und damit die Schulen nehmen hierbei eine wichtige Rolle ein", so Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Der Erlass zur Demokratiebildung soll ein Verständnis einer demokratischen Schulentwicklung auf allen Ebenen (Unterricht, Personal, Organisation) vermitteln und der einzelnen Schule Perspektiven aufzeigen, wie sie sich weiter entwickeln kann, um im Rahmen einer demokratischen und partizipativen Schulkultur Teilhabe und Engagement aller Beteiligten zu stärken.

Auf dieser Grundlage werden innovative Projekte, Netzwerkverbünde und Kooperationen mit außerschulischen, zivilgesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern gefördert. Es werden schulformbezogene Musterkonzepte zur Verfügung gestellt. Auch in der Ausbildung und Weiterbildung von Lehrkräften und Schulleitungen soll die Demokratiebildung gestärkt werden.

Im Primarbereich soll ein stärkerer Fokus auf die Bereiche Kinderrechte und Beteiligung gelegt werden. Bestehende gute Projekte und informelle Netzwerke sollen zusammengeführt und so perspektivisch ein landesweites Netzwerk von Kinderrechteschulen etabliert werden.

Demokratie- und Nachhaltigkeitspreis werden ausgelobt
Mit einem Demokratiepreis werden ab Herbst 2020 jährlich ca. 15 Schulen und fünf Lernorte ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise als (Schul-) Gemeinschaft für demokratiepädagogische Ziele engagieren. Als Anerkennung wird es neben der Auszeichnung auch finanzielle Unterstützung für Schulen oder Lernorte für Demokratie-Projekte vor Ort geben.
Seit vergangenem Jahr entwickeln zudem engagierte Schülerinnen und Schüler den Nachhaltigkeitspreis #Projekt Erde - Lasst uns die Zukunft sein. Mit dem Preis sollen zukunftsfähige Projektideen, die kreativ und innovativ zur Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz anregen, ausgezeichnet werden.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Stärkung der Friedensbildung in niedersächsischen Schulen. Ziel dieses Vorhabens ist es, Schulen die Möglichkeit zu eröffnen, Expertinnen und Experten aus der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Friedens- und Entwicklungshilfearbeit als Referentinnen und Referenten im Rahmen von Vorträgen, Workshops oder Planspielen einzuladen. Es ist beabsichtigt, eine Koordinierungsstelle Friedensbildung einzurichten.

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Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Kultusministerium, 10.03.2020
www.mk.niedersachsen.de

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