Intergeschlechtlichkeit

Mädchen oder Junge? Diese Frage ist in der Regel schnell zu beantworten. Doch manche Kinder sind körperlich oder hormonell nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen. Die Geburt eines Kindes mit einer besonderen Geschlechtsentwicklung ist für Eltern ein unerwartetes Ereignis: In den seltensten Fällen erfahren sie schon vor der Geburt von der Intersexualität ihres Babys - der Chromosomensatz oder die Hormonzusammenstellung werden bei den üblichen Schwangerschaftsuntersuchungen nicht bestimmt. Eltern sind dann mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert: Was bedeutet die Intersexualität für die körperliche und psychische Entwicklung meines Kindes? Wie soll ich damit umgehen? Ist eine Festlegung auf ein Geschlecht nötig und / oder sinnvoll? Ist dazu ein operativer Eingriff nötig? Und wenn ja, welches ist das "richtige" Geschlecht? Welche gesundheitlichen und psychischen Folgen kann es bei einer operativen Festlegung geben?

Zukünftig ist vorgesehen, eine gesetzliche Regelung über geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern festzulegen: Solche Operationen sollen nur noch zulässig sein, wenn es sich um unaufschiebbare Fälle handelt oder Lebensgefahr für das Kind droht.

Rechtliches Zumindest aus rechtlicher Sicht gibt es zunächst eine vorläufige Erleichterung für die Eltern: Denn ist ein Baby weder eindeutig männlich noch weiblich, darf die Angabe im Geburtenregister auch offen bleiben. Eltern müssen also nichts überstürzt entscheiden.

Seit 2019 können alle intersexuellen Menschen im Geburtenregister neben den Angaben "männlich", "weiblich" sowie dem Offenlassen des Geschlechtseintrages außerdem die Bezeichnung "divers" wählen.

Beratung und Unterstützung

Webtipp shg.intersexuelle-menschen.net | Online-Beratung
Der Bundesverband Intersexueller Menschen bietet auf seiner Website eine anonyme E-Mailberatung und eine Chatberatung im Einzelgespräch.

Infomaterialien

Weiblich? Männlich? - Ihr intergeschlechtliches Kind!
Der Flyer des Bundesfamilienministeriums informiert Eltern von intersexuellen bzw. intergeschlechtlichen Kindern. Statt sich zu einer vorschnellen Entscheidung über eine irreversible Operation drängen zu lassen, sollen Eltern ermutigt werden, abzuwarten, bis ihr Kind alt genug ist, selbst über das eigene Geschlecht zu entscheiden. Denn viele Menschen mit angeborenen Variationen der Geschlechtsmerkmale leiden lebenslang unter einem solchen Eingriff. Der Flyer enthält nützliche Adressen zu Onlinequellen, Publikationen und Medien, die für die Eltern hilfreich sein können.

Der Flyer steht auf der Website des Bundesfamilienministeriums als Download bereit und kann dort kostenlos als Druckversion bestellt werden.

Hurra es ist ein... Kind! - Geschlechtervielfalt ist (k)ein neues Thema
Diese Broschüre der Diakonie Deutschland erklärt leicht verständlich warum es in Deutschland nun drei Geschlechtseinträge gibt, was es mit dem Thema Geschlechtervielfalt auf sich hat und warum das auch für Kitas eine Rolle spielt. Dabei geht sie ein auf die Vielfalt von Körpern, Identität, Rollen und sexueller Orientierung. Außerdem gibt es Hinweise zu passenden Kinderbüchern sowie Beratungsmöglichkeiten.

Die Broschüre steht auf www.diakonie.de als Download bereit.

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