Beratungsthemen: Erziehung, Gewalt, Gesundheit, Schwangerschaft

Bei schwierigen Entscheidungen, persönlichen Lebenskrisen oder Konfliktsituationen in Partnerschaft und Familie stehen Ratsuchenden zahlreiche Beratungsangebote zur Verfügung. Sie bieten qualifizierte Informationen, Orientierung und Unterstützung, vermitteln Hilfen und eröffnen Zukunftsperspektiven.

Die Anbieter und die Beratungsarten sind vielfältig: neben dem klassischen Beratungsgespräch vis-a-vis können Ratsuchende auch auf Telefonseelsorge und Online-Beratung zurückgreifen oder sich an Selbsthilfegruppen wenden.

WebtippBei der Suche nach einer Beratungsstelle vor Ort, einer Internet- oder Telefonberatung hilft der Online-Beratungsführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V. (DAJEB) auf www.dajeb.de. Er beinhaltet über 11.700 Beratungsstellen der Ehe-, Familien- und Schwangerschaftsberatung inklusive bundesweite Internet- und Telefondienste (anonyme Beratung). Die Datenbank erlaubt eine gezielte Suche nach Kategorien, Postleitzahlen und Ortsnamen und wird zweiwöchentlich aktualisiert. Der DAJEB-Online-Beratungsführer wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.

Erste Hilfe in akuten Krisensituationen

Bei akuten Krisen kann ein qualifizierter, einfühlsamer Rat per Telefon eine erste Hilfestellung leisten. Die Telefonseelsorge der evangelischen und katholischen Kirche steht allen Ratsuchenden rund um die Uhr und gebührenfrei für ein vertrauliches Gespräch offen. Der Verein Nummer gegen Kummer betreibt ein Elterntelefon sowie ein Kinder- und Jugendtelefon mit speziell geschulten erwachsenen oder jugendlichen Beraterinnen und Beratern, ebenfalls gebührenfrei und selbstverständlich vertraulich. Auf Wunsch und je nach Problemlage wird dabei auch an Fachkräfte in Beratungsstellen zu einer persönlichen Beratung weitervermittelt.

Ob Generationenkonflikte beim gemeinsamen Leben auf dem Hof, betriebliche Probleme, Betriebsübergaben an die Kinder oder deren Entscheidungen, die Landwirtschaft nicht weiterführen zu wollen oder hohe Arbeitsbelastung - Landwirtschaftliche Familien in Niedersachsen können sich bei Problemen und Sorgen an spezielle Sorgentelefone wenden.

BeratungTelefonseelsorge 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge 0800 / 111 0 222

Elterntelefon 0800 / 111 0 550
montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr
dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr

Kinder- und Jugendtelefon 0800 / 111 0 333 oder europaweit einheitlich 116 111
montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr

Landwirtschaftliches Sorgentelefon/Familienberatung
Hannover 0511 / 124 18 00
Barendorf 04137 / 81 25 40
Oesede 05401 / 86 68 20
Rastede 04402 / 844 88
montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12 Uhr
dienstags und donnerstags von 19.30 bis 22 Uhr

Webtipp Neben den Informationen zur Telefonberatung über das Eltern- und das Kinder- und Jugendtelefon gibt es auf der Website www.nummergegenkummer.de auch eine Internetberatung per E-mail für Kinder und Jugendliche.

Erziehungsberatung

Die Erziehungsberatung will Eltern, Kinder und Jugendliche in schwierigen Entscheidungs- oder Konfliktsituationen, bei persönlichen oder familienbezogenen Problemen unterstützen. Dazu gehören auch Entwicklungsstörungen oder Fragen und Krisen im Zusammenhang mit Trennungen oder Scheidungen. In Erziehungs- und Familienberatungsstellen finden Ratsuchende im Gespräch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern professionelle Hilfe. Die Familien- und Erziehungsberatungsstellen arbeiten mit einer Vielzahl qualifizierter Fachleute aus Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik mit therapeutischer Zusatzausbildung und Kooperieren mit Einrichtungen der Jugendhilfe, des Erziehungs- und Gesundheitswesens. Die Qualitätsstandards dieser Institutionen sind unter anderem über die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) festgelegt. Anlaufstellen bei Erziehungsproblemen sind auch die örtlichen Jugendämter.

Bei akuten Krisensituationen helfen Kinder- und Jugendtelefon, Elterntelefon oder Telefonseelsorge. Auch im Internet lassen sich in Online-Beratung und in Online-Ratgebern Antworten auf Fragen des Erziehungsalltags finden.

BeratungFür Eltern gibt es verschiedene Angebote zur Unterstützung im Erziehungsalltag. Mehr Informationen zu Erziehungshilfen sowie weiterführende Links mit Adressen und Beratungsangeboten gibt es hier.

Gewaltschutzberatung

Beratungsstellen zum Thema Gewalt im familiären Bereich und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Frauen bieten Krisenintervention und Beratung für betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern. Auch Erwachsene, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben, können sich dort professionelle Unterstützung holen. Online-Beratung gehört oft zum Angebot.

In Krisensituationen und Notfällen helfen Notruf-Telefone und die Polizei (Notruf 110). Für Gewalt betroffene Mädchen und Frauen stehen auch spezielle Frauennotrufe sowie Beratungs- und Hilfsangebote wie Frauen- und Mädchenhäuser zur Verfügung.

www.wer-schlaegt-muss-gehen.de | Was tun bei häuslicher Gewalt?
Niedersachsen Unter dem Motto "Wer schlägt muss gehen" informiert das Niedersächsische Sozialministerium ausführlich zum Thema häusliche Gewalt und gibt Ratschläge zu ersten Schutzmaßnahmen. Hier finden Sie auch eine Übersicht mit den Kontaktdaten zu den niedersächsischen Frauenhäusern, Gewaltberatungsstellen, Beratungs- und Interventionsstellen.

www.kinderschutz-niedersachsen.de/missbrauch | Was tun bei sexueller Gewalt?
Niedersachsen Das Niedersächsische Kinderschutzportal richtet sich an Betroffene, an Eltern und an Interessierte, die wissen wollen, wie man Mädchen und Jungen gegen sexuelle Gewalt schützen kann, was in einem Verdachtsfall zu tun ist und wo man in Niedersachsen professionelle Hilfe findet. Sie bietet viele konkrete Tipps zum Handeln, Broschüren und umfangreiche thematisch und Zielgruppen orientierte Literaturtipps. In der Adressdatenbank des Portals finden Sie außerdem Adressen zu Beratungsstellen in Niedersachsen im Bereich Gewalt gegen Kinder, Gewaltberatungseinrichtungen für Mädchen und Frauen in Niedersachsen und Kinderschutzzentren in Niedersachsen.

Mehr Mut zum Reden - Von misshandelten Frauen und ihren Kindern
Buchtipp Die Broschüre richtet sich an alle Beteiligten am Gewaltgeschehen und an alle, die mit misshandelten Müttern und ihren Kindern in Kontakt kommen. Sie kann auf der Website des Bundesfamilienministeriums herunter geladen werden. Die Broschüre steht auch als türkische Version zur Verfügung.

praktische HilfenMehr Informationen und Broschüren zu Hilfen bei drohender Gewalt und für Gewaltopfer

Gesundheitsberatung

Erste Ansprechpersonen bei individuellen Fragen zur Gesundheit sollten immer Ärztinnen und Ärzte sein. Beratungsstellen zu speziellen Themen wie Suchtproblemen oder Aids beraten, betreuen und informieren Betroffene und deren Angehörige und klären auf. Als Anlaufstellen zu Gesundheitsfragen stehen auch die Gesundheitsämter zur Verfügung. Vor allem chronisch kranke oder behinderte Menschen und deren Angehörige finden in Selbsthilfeorganisationen Unterstützung und Information. Ausführliche und auch qualifizierte Informationen zu Gesundheitsthemen finden sich in zahlreichen Online-Ratgebern oder Diskussionsforen – seriöse Anbieter werden aber niemals eine individuelle Ferndiagnose stellen, sondern immer auf den Besuch einer Arztpraxis oder Klinik verweisen.

WebtippEine Zusammenstellung von Webtipps zum Thema Gesundheit und Erholung mit einer kurzen Erläuterung zum Angebot der jeweiligen Website finden Sie hier.

www.nakos.de | Online-Suche Selbsthilfegruppen
WebtippDie Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) bietet auf ihrer Website Datenbanken mit Adressen regionaler, bundesweiter und internationaler Selbsthilfegruppen.

Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung

Nicht immer passt eine Schwangerschaft problemlos in die eigene Lebensplanung oder geht ein Kinderwunsch ohne weiteres in Erfüllung. In den Beratungsgesprächen werden medizinische, juristische und finanzielle Informationen rund um die Schwangerschaft, zu Verhütung und Familienplanung vermittelt.

Anders als bei der allgemeinen Schwangerschaftsberatung dürfen Schwangerschaftskonfliktberatungen nur in staatlich anerkannten Beratungsstellen angeboten werden. Die Bescheinigung über eine dort durchgeführte Beratung ist eine der Voraussetzung für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch.

praktische HilfenMehr Informationen, Broschüren und Links sowie Adressen in Niedersachsen zu Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung

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Mehr zum Thema

Wie erkenne ich gute Beratung?
Buchtipp Die Deutsche Gesellschaft für Beratung (DGfB) hat ein Informationsfaltblatt für Ratsuchende erarbeitet. Der Flyer gibt ethische Grundsätze und fachliche Standards wieder, die von den Mitgliedsverbänden der DGfB geteilt werden, und beschreibt Kriterien für eine gute Beratung. Er kann per E-mail (info@dachverband-beratung.de) bei der DGfB bestellt werden.

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