Familienpolitik als Verfassungsauftrag: Videos und Bericht der Frühjahrstagung des Politischen Clubs

Krisen machen die Verhältnisse sichtbar, die zwar vorher schon da waren – aber zu wenig beachtet wurden. So verhält es sich auch mit dem Thema Familie. In Zeiten von Covid-19 haben sich der Stellenwert von Familien und ihren Bedürfnissen in Politik und Gesellschaft und die wunden Punkte noch deutlicher gezeigt. Die Frühjahrstagung des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing beschäftigte sich genau damit. Kinderschutz, Betreuungsverhältnisse, Trennungsfamilien, Ehegattensplitting, Stellenwert von Bildung und Rollenverständnisse waren nur einige davon.

Was folgert daraus für die Familienpolitik und wie kann sie – in Zeiten heftiger kultureller, sozialer, kommunikativer Veränderungen und mit den Erfahrungen der Pandemie – ihrem Verfassungsauftrag nachkommen? Einzelne Ziele der Familienpolitik sind in der gesellschaftlichen und politischen Debatte wie auch in der Wissenschaft durchaus umstritten. Familienpolitik ist zugleich Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik. Umso wichtiger ist die Verständigung über gemeinsame, tragfähige Perspektiven.

Darum ging es in der Frühjahrstagung des Politischen Clubs: Um Begriff, Verständnis und Praxis von Familie heute und nach den Pandemieerfahrungen; um die Frage, was moderne Familienpolitik leisten kann und muss – angesichts der vielfältigen Realität von Familie, angesichts von sozialen und kulturellen Ungleichheiten und Ungleichzeitigkeiten, angesichts eines veränderten Selbstverständnisses und Anspruchs auf berufliche Selbstverwirklichung und der bleibenden gesellschaftlichen Aufgabe, Kindern Geborgenheit und Zuwendung zu ermöglichen.

Unter der Leitung von Bundestagspräsident a.D. Dr. Wolfgang Thierse hatte der Politische Club zur Diskussion eingeladen. Mit dabei waren:

  • Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Prof. Dr. Irene Gerlach, Professur für Politikwissenschaft / Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Co-Leitung des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik, Bochum
  • Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Prof. Dr. Anja Steinbach, Professur für Soziologie (Schwerpunkte: Familien- und Migrationssoziologie) am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen
  • Susann Rüthrich (SPD), Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Meißen
  • Marcus Weinberg (CDU), familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Hamburg.

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Ein ausführlicher Bericht zur Tagung ist nachzulesen auf der Website der Evangelischen Akademie Tutzing. Die Videos der Tagung sind auf dem YouTube-Kanal der Evangelischen Akademie Tutzing abrufbar.

Quelle: Evangelischen Akademie Tutzing, 08.04.2021

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