DJI-Kinderbetreuungsreport 2019: Inanspruchnahme und Bedarfe aus Elternperspektive

DJI_LogoDer DJI-Kinderbetreuungsreport 2019 stellt die wesentlichen Befunde der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS) des Jahres 2018 dar. Dabei werden die Ergebnisse der Studie vor dem Hintergrund des Bestehens eines Rechtsanspruches für Kinder bis zur Einschulung betrachtet sowie die Befunde zu den Betreuungsbedarfen der Grund-schulkinder dargestellt. KiBS ermöglicht dabei Aussagen zur Entwicklung elterlicher Betreuungsbedarfe, zu den gewünschten Betreuungsumfängen und der Bedarfsdeckungen, zu ungedeckten Bedarfen und der Zufriedenheit mit dem genutzten Angebot. Ein weiteres Augenmerk liegt auf den Gründen der Nichtinanspruchnahme von Betreuungsangeboten.

Einige Ergebnisse:

  • Kinder unter drei Jahren: Im U3-Bereich geben auch fünf Jahre nach Einführung des Rechtsanspruchs noch immer 23 Prozent der westdeutschen und 12 Prozent der ostdeutschen Eltern an, einen ungedeckten Betreuungsbedarf zu haben. 11 Prozent der westdeutschen und 14 Prozent der ostdeutschen Eltern haben einen Betreuungsplatz, der aber nicht dem benötigten zeitlichen Umfang entspricht.
  • Kinder über drei Jahre bis zur Einschulung: Für ältere Kinder nähert sich das Angebot immer stärker der Nachfrage nach einem Betreuungsplatz an. Im U6-Bereich kann jedoch der genutzte Betreuungsplatz den gewünschten Betreuungsumfang für jedes fünfte Kind nicht abdecken.
  • Grundschulkinder: Im Grundschulalter äußern aktuell 73 Prozent der Eltern einen Betreuungsbedarf. In Hort und Ganztagsschule werden 49 Prozent der Kinder betreut, 19 Prozent nutzen andere Angebote, wie z.B. Übermittagsbetreuungen. Obwohl sich der Anteil der betreuten Kinder in den vergangenen Jahren stetig erhöht hat, ist die Lücke zwischen Bedarf und Nutzung aufgrund steigender Bedarfe und der zumindest in manchen Gegenden steigenden Kinderzahl kaum kleiner geworden. Vor allem in Westdeutschland ist ein weiterer Ausbau notwendig.
  • Einführung eines Rechtsanspruchs auf Betreuung im Grundschulalter: Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich nicht alle Eltern ein Ganztagsangebot wünschen. Zudem benötigt nur ein Teil der Eltern eine Betreuung an fünf Tagen pro Woche. Vor allem in Westdeutschland präferiert die Mehrheit der Eltern eine Betreuung im Rahmen eines erweiterten Halbtagsplatzes (mit bis zu 35 Stunden pro Woche, inklusive der Unterrichtszeit).
  • Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten: Mit Blick auf die derzeit noch bestehenden Lücken in der Kindertagesbetreuung ist insbesondere der Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten zu nennen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bedarf an Betreuungszeiten vor 8 Uhr morgens und nachmittags nach 17 Uhr gestiegen. 53 Prozent der Eltern von U3-Kindern mit Betreuungsbedarf und 51 Prozent der Eltern mit Kindern zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt haben zu diesen Zeiten einen Bedarf.


Das Schwerpunktthema des diesjährigen DJI-Kinderbetreuungsreports widmet sich der Qualität der Kindertagesbetreuung aus der Perspektive der Eltern. Die Zufriedenheit der Eltern mit den genutzten Angeboten ist ein wichtiger Indikator für die Qualität der Kindertagesbetreuung. Die Ergebnisse zeichnen ein überwiegend positives Bild. Dennoch gibt es einige Punkte, bei denen die Zufriedenheit noch gesteigert werden könnte.

zurück …

Der DJI-Kinderbetreuungsreport 2019 steht auf der Website des DJI zum Download zur Verfügung.

Mehr zum Thema

zurück …