Kindertagespflege

In der Kindertagespflege werden Kinder von Tagesmüttern oder Tagesvätern betreut. Die Tagespflege ist eine familienähnliche Betreuungsform. Es werden wenige Kinder von einer Person - in der Regel im Haushalt der Tagesmutter oder des Tagesvaters - betreut und die Betreuungszeiten können flexibel vereinbart werden.

In verschiedenen Modellen kann diese Betreuungsform ausgeübt werden

  • die Tagespflegeperson kommt in den Haushalt des Kindes
  • bis zu fünf Kinder können im Haushalt der Tagespflegeperson betreut werden
  • in Einzelfällen bietet die Tagespflegeperson die Betreuung auch in den Räumen einer Kindertagesstätte oder in angemieteten Räumen an
  • in so genannten Großtagespflegestellen können mehr als fünf Kinder von mehreren Tagesmüttern oder Tagesvätern (und gegebenenfalls einer pädagogischen Fachkraft) betreut werden.

RechtlichesIndividuelle Betreuung
Meistens kommen die Kinder in den Haushalt der Tagepflegeperson. Dort werden sie betreut und verpflegt. Die Betreuungszeiten können von der Betreuungsperson und den Eltern flexibel gestaltet werden.

Die Tagespflege wird vor allem dann als Betreuungsform gewählt, wenn eine individuelle Betreuung erwünscht ist, die Kinder noch sehr klein sind - unter drei Jahren - oder ein Betreuungsplatz in einer öffentlichen Einrichtung noch nicht frei ist. Aber auch in Randzeiten der Kindertageseinrichtungen wie etwa früh morgens, spät nachmittags bis abends oder in den Ferienzeiten ist die Tagespflege eine flexible Alternative.

Vermittlung

Eltern können über Jugendämter und über die Familienbüros in Kontakt mit den Tagespflegepersonen treten. Vermittelt werden über diese Stellen nur die Tagesmütter oder Tagesväter, die eine Erlaubnis zur Kindertagespflege haben. In der Regel haben die vermittelten Tagesmütter oder Tagesväter eine Qualifizierung durchlaufen.

Niedersachsen In Niedersachsen sind für die Vermittlung von Kindertagespflegestellen die Familienbüros zuständig. Sortiert nach niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten bietet die Aktionslandkarte einen Überblick über alle Anlaufstellen vor Ort.

Kein Wunsch- und Wahlrecht bei Rechtsanspruch

Seit dem 1. August 2013 haben Kinder bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Dieser Rechtsanspruch kann von den Kommunen durch einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege - also bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater - erfüllt werden. Damit ist die Kindertagespflege ein gleichwertiges Angebot zur institutionellen Kindertagesbetreuung.

Eltern können sich nicht darauf berufen, zwischen einem Platz in einer Kindertageseinrichtung oder einem bei einer Tagesmutter zu wählen. Das Wunsch- und Wahlrecht richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Angeboten vor Ort. Auch haben Eltern kein Wahlrecht zwischen einer kommunalen und einer privaten Einrichtung. Die Kommunen sind bundesrechtlich nicht verpflichtet, dem Kind einen kostenfreien oder zumindest kostengünstigen Betreuungsplatz nachzuweisen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am 26. Oktober 2017 entschieden.

Kosten

Die Kosten für die Tagespflege sind je nach Betreuungsperson unterschiedlich. Abhängig davon, wie viele Kinder für wie viele Stunden betreut werden, beträgt das Entgelt pro Stunde und Kind zwischen 2,50 Euro und 5,00 Euro. Gesetzlich festgeschrieben ist, dass alle Eltern einen Antrag beim Jugendamt stellen können, damit die Kosten der Kindertagespflege übernommen werden können, soweit die finanzielle Belastung für die Betreuungskosten den Eltern nicht zuzumuten ist. Die Kosten, die übernommen werden können, sind in bestimmte Sätze festgelegt. Diese variieren je nach Kommune.

Weiterführende Informationen und Links

Webtippwww.handbuch-kindertagespflege.de Das Handbuch Kindertagespflege ist ein Online-Angebot des Bundesfamilienministeriums. Es informiert Eltern über die Tagespflege, über staatliche Leistungen sowie über die Auswahl einer Tagespflegeperson.

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