Psychologische Hilfe für Flüchtlinge

Flüchtlinge können in Deutschland auch Anspruch auf eine psychotherapeutische Behandlung geltend machen. Mit dem zum 1. März 2015 geänderten Asylbewerberleistungsgesetz sind grundsätzliche Verbesserungen verbunden. In der Gesundheitsversorgung der Asylbewerberinnen und Asylbewerber sind die Grundleistungen nach der Reform auf 15 Monate beschränkt, während es zuvor 48 Monate waren. In diesen ersten 15 Monaten erhalten Flüchtlinge nur eine Akut- und Schmerzversorgung. Anschließend haben die Berechtigten Anspruch auf Gesundheitsleistungen auf dem Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). (§ 2 AsylbLG). Die Leistungsbezieher erhalten somit wie Versicherte der GKV "notwendige und angemessene psychotherapeutische und andere Leistungen zur Krankenbehandlung". Die Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen (§ 264 SGB V).

In der Antwort (Dr 18/4622) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Dr 18/4579) zur psychosozialen Betreuung und Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen heißt es außerdem: Ein Dolmetscher für die Verständigung zwischen Therapeut und Patient sei hingegen "nicht vom Leistungsanspruch der GKV-Versicherten umfasst". Das Bundessozialgericht (BSG) habe darauf hingewiesen, "dass die Verständigung aller in der GKV Versicherten mit den an der vertragsärztlichen Versorgung beteiligten Leistungserbringern auch in ihrer jeweiligen Muttersprache nicht zum Leistungsumfang einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung gehört". Allerdings gebe es zunehmend Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die auch eine Fremdsprache beherrschten. Berufsverbände und Kassenärztliche Vereinigungen böten zudem Suchportale an, die bei der Arztsuche nach Sprachkenntnissen differenzierten.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bundestages (hib) vom 12.05.2015

Niedersachsen: Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge und Kriseninterventionszentrum
NTFN-Netzwerk-für-traumatisierte-FLüchtlinge-in-Nds_LogoDas Land Niedersachsen fördert seit 2014 das Psychosoziale Kriseninterventionszentrum des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN). In 2014 standen dafür 100.000 Euro zur Verfügung, 2015 sind es 300.000 Euro. Für die Folgejahre sind Mittel in eben dieser Höhe vorgesehen.

Der Verein setzt sich bereits seit 2007 ein für:

  • Fachgerechte Versorgung traumatisierter Flüchtlinge unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus
  • Hohe fachliche Standards für Gutachten über Traumatisierung
  • Verbesserung des Zugangs der Flüchtlinge zu psychotherapeutischer Hilfe
  • Vernetzung des medizinischen, psychologischen, sozialtherapeutischen und rechtlichen Sachverstandes zur Unterstützung traumatisierter Flüchtlinge
  • Aufenthaltsrecht für Traumatisierte, die bei Rückkehr retraumatisiert werden könnten oder keine fachgerechte Behandlung erwarten können
  • Berücksichtigung der besonderen Situation traumatisierter Flüchtlinge in Recht und Verwaltung

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Kontakt
Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V.
Marienstraße 28
30171 Hannover
T 0511 / 856 44 50
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montags 10 bis 14 Uhr
dienstags 9 bis 11 Uhr
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Öffnungszeiten
montags 10 bis 14 Uhr offene psychologische Sprechstunde
freitags 10 bis 14 Uhr offene allgemeinmedizinische Beratung
dienstags, mittwochs, donnerstags Termine nach Vereinbarung

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