Tipps für den Einkauf von Kinderspielzeug

Immer wieder verunsichern Meldungen über Rückrufaktionen und giftige Substanzen in Kinderspielzeug. Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder hat zehn Tipps zusammengestellt, auf die Eltern beim Einkauf von Kinderspielzeug achten sollten:

Gütesiegel und Kennzeichen

Es ist einfach, Preis und Design eines Spielzeugs festzustellen. Anders sieht es bei der Qualität aus. Da hilft oft schon ein Blick auf die Verpackung: Welche Gütesiegel hat das Produkt bekommen? Die gängigsten Prüfzeichen sind: GS-Zeichen, Proof-Zeichen und "LGA Tested Quality"-Zertifikat. Für Elektrospielzeug ist das VDE-Siegel entscheidend. Darüber hinaus stehen auch die Gütesiegel "Der blaue Engel" und "spiel gut" für getestete, umweltfreundliche und sichere Produkte.

BeratungBlauer Engel für unbedenkliches Holzspielzeug
Sicherheit beim Spielzeugkauf vermittelt seit Juni 2009 der Blaue Engel: Das Umweltzeichen gibt es nun auch für gesundheitlich unbedenkliches und umweltfreundlich hergestelltes Holzspielzeug. Die Auszeichnung garantiert, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft kommt. Zudem ist das Spielzeug frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutzmitteln und Holzschutzmitteln. Mehrere Spielzeughersteller haben bereits ihr Interesse an dem Umweltzeichen bekundet.

Testergebnisse

Eltern sollten sich vor dem Kauf informieren, ob bereits Testergebnisse der gängigen Verbraucherschützer über das jeweilige Produkt vorliegen. Stiftung Warentest prüft Produkte und veröffentlicht die Ergebnisse in einer monatlich erscheinenden Zeitschrift. Gerne hilft auch die örtliche Verbraucherzentrale weiter.

Beratung

Vor dem Kauf sollten Eltern das Spielzeug erst einmal selbst in der Hand gehalten haben. Nur so ist es möglich, sich ein umfassendes Bild über Qualität und Sicherheit zu machen. Aus diesem Grund eignen sich Einzelhandel und Kaufhäuser für die Weihnachtseinkäufe besser als Internethändler.

Geruch

Nicht jedes Spielzeug enthält auch Prüfsiegel. Dann ist es wichtig, beim Kauf seinen Sinnen zu vertrauen. Ein erster Anhaltspunkt ist der Riechtest: Riecht das Spielzeug neutral oder stark nach Chemikalien? Ein wahrnehmbarer Geruch kann auf gesundheitsschädigende Lösungsmittel hinweisen. Auch beduftete Spielzeuge wie Teddys oder Puppen lieber im Laden lassen. Einige Duftstoffe können Allergien auslösen.

Verarbeitung

Das Spielzeug darf keine scharfen oder spitzen Kanten aufweisen. Holzspielzeug sollte glatt und gut verarbeitet sein, damit sich keine Splitter lösen. Klappbare Einzelteile müssen gerade bei Babys und Kleinkindern vermieden werden, hier kann es zu Quetschungen kommen. Ist das Produkt stabil? Besitzt es kleine oder leicht ablösbare Einzelteile wie Augen oder Knöpfe? Ist dabei keine Sorgfalt zu erkennen, lässt das negative Rückschlüsse auf die Qualität des Spielzeugs zu.

Lackierte Oberflächen

Lackierte Spielwaren müssen schweiß- und speichelfest sein. Bei Produkten für kleinere Kinder darauf achten, dass sie abwaschbar sind. Tipp: Bleibt beim Rubbeln mit angefeuchtetem Finger Farbe an der Hand hängen: Finger weg!

Kunststoff

Plastikteile sollten nicht aus PVC bestehen, das oft schädigende Weichmacher enthält. Spielwaren aus ABS-Kunststoff hingegen sind unbedenklich. Ein Blick auf das Spielzeug selbst hilft: Ein auf dem Plastik aufgebrachtes Dreieck gibt Auskunft über die Zusammensetzung. An der 03 erkennen Sie das gefährliche PVC.

Lärm

Finger weg von Rasseln und Instrumenten, die ein Erwachsener als zu laut empfindet. Kinderohren sind empfindlich. Bei solchen Produkten unbedingt die Altersangabe beachten.

Kleinteile

Spielzeug, das kleiner ist als ein Tischtennisball, ist ungeeignet für Kleinkinder unter drei Jahren. Ebenso sollte das Spielzeug keine verschluckbaren Kleinteile oder herausnehmbare Batterien besitzen. Bei Geschenken mit Kleinteilen im Inneren, zum Beispiel Rasseln, sollte Wert auf eine gute Verarbeitung gelegt werden. Beim Kauf solcher Geschenke unbedingt die Altersangabe "Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren" beachten.

Vorsicht bei Billigprodukten

Beim Kauf von Kinderspielzeug gilt: Günstige Produkte sind oft weniger gut verarbeitet und damit auch weniger sicher. Bei Billigprodukten ist die Gefahr, auf gefälschte Prüfsiegel zu stoßen, ebenfalls größer. Gefälschte Siegel lassen sich aber in vielen Fällen leicht erkennen: Das GS-Siegel etwa ist immer mit dem Zeichen des jeweiligen Prüfinstituts angebracht. Fehlt dieses Zeichen, ist das Siegel gefälscht.

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Webtipps

www.spielgut.de | Der "spiel gut Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug e.V." ist eine auf Spielzeug und Spiele spezialisierte gemeinnützige Verbraucherberatung. Er berät Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Hersteller und alle sonstigen mit Kindern und Spielen beschäftigten Personen und Institutionen. Auf der Website werden regelmäßig die neuesten spiel-gut-Auszeichnungen der letzten drei Monate veröffentlicht mit ausführlichen Informationen zu jedem Spielzeug und Erfahrungen aus dem Praxistest.

www.spielzeug-ratgeber.info | Unabhängiger Ratgeber rund um Spielzeug mit zahlreichen Tipps, wie Eltern altersgemäße, sichere und sinnvolle Spielsachen mit hohem Spielreiz erkennen können. Die Website bietet u.a. Hintergrundinformationen zu Qualitätskriterien, Gefahrenquellen, Gütesiegeln, Schadstoffen, Spielzeugmessen, Tests und Auszeichnungen.

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