Familienbüro Cloppenburg: kurdische Frauengruppe gestartet

Zu einem ersten Treffen von kurdischen Frauen hatte das städtische Familienbüro aufgerufen und mit sechs bis acht Frauen gerechnet. Am Ende waren es 15, die sich Mitte September 2013 im Rathaus einfanden. "Mit einem so großen Interesse hatten wir gar nicht gerechnet", gibt Familienbüro-Mitarbeiterin Nahla Kanjo unumwunden zu, "aber es zeigt, dass die Offenheit dieser Bevölkerungsgruppe gegenüber unserer Einrichtung gewachsen ist."

Kanjo kennt, da sie selbst Migrantin kurdischer Herkunft ist, die Strukturen der traditionellen kurdischen Familie sehr gut. Sie ist daher auch in der Lage, die nicht immer selbstverständliche Akzeptanz der männlichen Familienmitglieder herzustellen. Oft müssen hierfür zahlreiche vertrauensfördernde Gespräche mit Ehemännern und Vätern geführt werden, damit eine positive Einstellung zur Eltern-Kind-Gruppe erreicht werden kann.

Die von Kanjo betreute Frauengruppe wird sich einmal im Monat im Familienbüro treffen, um über Erziehung, Schule, Behörden, Partnerschaft und Alltagserfahrungen zu sprechen. Die Gruppe ist offen, bei Bedarf können noch weitere Frauen dazu stoßen. "Es geht darum, einen zwanglosen Austausch der kurdischen Frauen untereinander zu ermöglichen, bei dem unsere Mitarbeiterin die Rolle einer muttersprachlichen Beraterin einnimmt", erläutert Familienbüroleiter Norbert Schilmöller das Projekt. "Es soll niemand zu etwas überredet werden, vielmehr wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, die die kurdischen Familien öffnen und gleichzeitig stärken."

Vielfach empfinden kurdische Frauen die Arbeitslosigkeit ihrer Männer als unabwendbares Schicksal. Sie erleben aber auch, was es bedeutet, unqualifiziert zu arbeiten – mit der Folge, durch noch billigere Arbeitskräfte ersetzt zu werden. Hier setzt das Familienbüro an, indem es den Frauen den Wert von Bildung vermittelt. Qualifikationen für sich (z.B. Sprachkurs, Führerschein) und die Familie (Schulabschluss) sind Bausteine für erfolgreiche Integration.

Da in kurdischen Familien die Frau Dreh- und Angelpunkt ist, ist der Aufbau einer Frauengruppe nur konsequent. "Der Weg dahin war lang, weil zunächst mit viel Fingerspitzengefühl das Vertrauen der Männer erworben werden musste", erinnert sich Schilmöller, "wir sind froh, dass der Aufbau der Gruppe geglückt ist und hoffen auf eine langfristig positive Entwicklung. Der Bedarf ist auf jeden Fall da!"


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Die offene Frauengruppe trifft sich
an jedem ersten Freitag im Monat
im Familienbüro der Stadt Cloppenburg,
Rathaus Raum 1.34

Kontakt:
Familienbüro Cloppenburg
T 04471 / 18 53 37

Pressemitteilung der Stadt Cloppenburg vom 19.09.2013

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