Letzte landesweite EFi-Fachveranstaltung

10./11.12.2014 Hannover
Zu einer abschließenden EFi-Fachveranstaltung hat das Niedersächsische Sozialministerium alle Akteurinnen und Akteure der EFi-Netzwerke mit deren Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie alle Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren Früher Hilfen eingeladen. Der Fachtag startete bereits am Vorabend mit einer Projektmesse, bei der Ministerin Cornelia Rundt mit den Projektträgern über die Vielfalt der Arbeit vor Ort ins Gespräch kam.

In den letzten vier Jahren haben rund 30 Kommunen in Niedersachsen EFi-Projekte ins Leben gerufen. Diese sollen die Bildungs- und Präventionsangebote besser vernetzen und besonders für Familien mit Zuwanderungsbiografie leichter zugänglich machen. In ihrem Grußwort an die rund 50 Teilnehmenden des zweitägigen Fachtages dankte Ministerin Cornelia Rundt allen, die sich vor Ort engagiert haben, besonders den vielen Ehrenamtlichen. Als Vertrauenspersonen mit eigenem Migrationshintergrund kommt letzteren eine Schlüsselfunktion zu, denn sie tragen dazu bei, dass Hemmschwellen überwunden werden. In diesem Zusammenhang betonte Rundt auch die wichtige Funktion der niedersächsischen Familienbüros:

"Wichtig ist mir, dass alle Familien in Niedersachsen ganz selbstverständlich Unterstützung in Anspruch nehmen können, wenn sie sie brauchen. Dafür müssen die Familien aber auch wissen, dass es diese Unterstützung gibt und welche Hilfen sie wo finden. Hier übernehmen die niedersächsischen Familienbüros eine wichtige Aufgabe. Sie spielen in unserem familienpolitischen Konzept eine wesentliche Rolle, denn sie sind Wegweiser für die Familien, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Ergänzende Projekte in den Kommunen unterstützen die wertvolle Arbeit der Familienbüros. Unser bundesweit einmaliges Projekt "EFi - Elternarbeit, Frühe Hilfen und Migrationsfamilien" ist dafür ein hervorragendes Beispiel: In den Kommunen werden tolle Projektideen entwickelt. Oftmals gelingt eine Elternbeteiligung schon bei der Planung von Angeboten. Kooperationspartnerinnen und -partner schließen sich zusammen. Und die Jugendämter nehmen ihre Steuerungsaufgaben kultursensibler wahr."

EFi habe auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie Familien mit Migrationshintergrund dabei unterstützt werden können, die Angebote für Familien in Niedersachsen kennen zu lernen und sie bei Bedarf auch zu nutzen. Inzwischen seien auch andere Bundesländer auf EFi aufmerksam geworden, die von Niedersachsen lernen wollten.

Materialien für die Praxis: EFi-Film und EFi-Praxisbuch
Einen ersten, anschaulichen Einblick, welche Möglichkeiten und vielfältigen Chancen EFi bietet, zeigt interessierten Trägern und Kommunen der neue EFi-Film, der auf der Fachkonferenz zum ersten Mal präsentiert wurde. In kurzen Schlaglichtern mit Beispielen aus Barsinghausen, Delmenhorst, Diepholz und Salzgitter sind Projektansätze eingefangen und festgehalten, die die EFi-Praxis vor Ort ausmachen.

EFi-Praxishandbuch_CoverEine gelungene Arbeitshilfe ist auch das EFi-Praxishandbuch. Das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) hat die Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxisbegleitung gebündelt und zusammengefasst. Interessierte finden hier viele Tipps und Hinweise für eine erfolgreiche Arbeit mit Migrationsfamilien im Kontext von Elternarbeit, Familienbildung und Frühen Hilfen. Ergänzt wurde das Handbuch durch die Vorstellung geeigneter Programme der Elternbildung sowie eine Literaturliste mit Hinweisen zum Weiterlesen und Vertiefen. Das EFi- Praxishandbuch steht als PDF-Datei zum Download auf unserem Familienportal bereit.

Überführung der erfolgreich eingeführten EFi-Projekte in die Regelstrukturen
Gegen Ende 2014 läuft die besondere Landesförderung von EFi aus. Die erfolgreich eingeführten Projekte sowie neue Projekte zu dieser Thematik können dann aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen oder über die Richtlinie Familienförderung gefördert werden. Zur Überführung der EFI-Projekte in die Regelstrukturen unterstützt das Land Niedersachsen gemeinsam mit dem ism seit Frühjahr 2014 die Kommunen durch regionale Fachkonferenzen. Dabei geht es um das vor Ort Erreichte und dessen Einbindung in bestehende Netzwerke und in die Jugendhilfeplanung. Die Erfahrungen und Erkenntnisse vor Ort können und sollen hierbei auch noch weitere Kommunen überzeugen. In Delmenhorst, Emden und Salzgitter haben diese Veranstaltungen bereits erfolgreich statt gefunden.

Weiterentwicklung der EFi-Projekte: Familienbildung, Ehrenamt und Flüchtlingsfamilien im Fokus
Der Fachtag am Donnerstag stand ganz unter dem Aspekt der Weiterentwicklung: Norbert Schnipkoweit vom Niedersächsischen Sozialministerium machte in seinem Grußwort deutlich, dass die erfolgreich eingeführten EFi-Angebote nochmals mit hoher Priorität in das Blickfeld der kommunalen Jugendhilfeträger gerückt werden müssen, um dauerhaft in die Regelstrukturen überführt und gefördert werden zu können.

Inhaltliche und finanzbezogene Argumentationshilfen dazu bot Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe in ihrem Vortrag. Darin lenkte sie den Blick auf weitere Zielgruppen mit Migrationsbiografie und stellte Ergebnisse von Kosten-Nutzen Studien zu Frühen Hilfen vor.

Eine Vertiefung bzw. Erweiterung der inhaltlichen Aspekte boten auch die drei Fachforen, die die Themen Familienbildung, Ehrenamt und Flüchtlingsfamilien in den Fokus nahmen.


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