Bericht zu unbegleiteten Minderjährigen in Niedersachsen

Unbegleitete-Minderjaehrige-in-NdsNiedersachsens Sozialministerin hat beim Fachtag zu unbegleiteten minderjährigen Ausländern (umA) in Hannover den bemerkenswerten Einsatz der Jugendämter in Niedersachsen bei der Inobhutnahme von jugendlichen Flüchtlingen ausdrücklich gewürdigt. Der auf der Tagung vorgestellte Bericht "Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen" stellt dar, wie die Unterbringung, Versorgung und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen in gemeinsamer Anstrengung und Zusammenarbeit von Jugendämtern, Landesjugendamt, Kommunalen Spitzenverbänden, den Freien Trägern der Jugendhilfe und dem Sozialministerium organisiert und gewährleistet wurde und wird.

In den Jahren 2015 und 2016 haben die niedersächsischen Jugendämter mehr als 5.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen - 2014 waren es nur rund 350, in den Vorjahren noch weniger. "Das System der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen war auf einen Schlag vor besondere Herausforderungen gestellt, mit bemerkenswertem Einsatz haben Niedersachsens Jugendämter diese Herausforderung bewältigt", sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt dazu.

Für den Bericht wurden Interviews mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe geführt. Erfragt wurde, wie die Abläufe vor Ort aussahen oder welche Angebote für unbegleitete Minderjährige vorgehalten werden. Eine Besonderheit des Berichtes ist, dass auch die unbegleiteten Minderjährigen selbst befragt wurden: Wussten die jungen Geflüchteten, wer sie begleitet und betreut hat? Wie haben sie sich verständlich gemacht? Was brauchen sie, damit ihr Leben hier gelingt?

War in der Erstphase der Versorgung aufgrund der hohen Anzahl von unbegleiteten Minderjährigen "Handeln vor Planen" notwendig, so sei es jetzt wichtig, dass für eine gelingende Integration wieder "Planen vor Handeln" steht. "Die Jugendhilfeplaner in Niedersachsen müssen die Bedarfe der jungen Geflüchteten kennen, um die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können", so die Ministerin. "Hier liefert der Bericht wichtige Anregungen für die praktische Arbeit - die Integration kann durch gute Planung des Angebots effektiv unterstützt werden."

Vor dem Jahr 2015 waren aufgrund der geringen Fallzahlen gar nicht alle niedersächsischen Jugendämter mit der Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen Ausländern befasst. Insofern sei es notwendig, die bestehenden Jugendhilfekonzepte mit Blick auf die neue Zielgruppe zu überprüfen. Dies sei eine notwendige und lohnende Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, so die Ministerin.

In Niedersachsen leben aktuell 5.108 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sie sind überwiegend in der stationären Jugendhilfe untergebracht, zum Teil auch in Pflegefamilien.

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Quelle: Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 23. Mai 2017
www.ms.niedersachsen.de

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.)
Unbegleitete Minderjährige in Niedersachsen
Landesjugendhilfeplanung Niedersachsen 2017.

Der Bericht steht zum Download von der Website des Ministeriums www.ms.niedersachsen.de zur Verfügung. In Kürze werden dort auch die Präsentationen des Fachtags online gestellt.

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