Datenreport 2018: Sozialbericht für Deutschland

Datenreport-2018Fachleute aus amtlicher Statistik und Sozialforschung haben im Datenreport 2018 Zahlen und Fakten zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt. Der Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland wird herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt (Destatis), dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Aus dem Datenreport 2018 lassen sich unter anderem Aussagen zur Lebenssituation von Kindern ableiten. Diese wird immer noch entscheidend von der sozialen Herkunft geprägt. So steigen die Chancen von Kindern auf hohe Bildungsabschlüsse, wenn die Eltern selbst einen hohen Bildungsstand haben. Kinder aus Elternhäusern mit niedrigerem sozioökonomischem Status haben zudem schlechtere Chancen, gesund aufzuwachsen. Das subjektive Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in den Schulen variiert stark nach Schulform. Trotz guter Wirtschaftslage stagniert der Anteil der armutsgefährdeten Kinder. Kinder und Jugendliche in Haushalten mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern sind dabei am stärksten von Armut gefährdet.

Zahl der Kinder in Deutschland

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Kinder bundesweit um 14 Prozent gesunken. 2017 lebten nach Ergebnissen des Mikrozensus 13,4 Millionen Personen unter 18 Jahren in Privathaushalten. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent an der Bevölkerung, 1997 lag der Anteil noch bei 19 Prozent.

Gesundheitliche Situation

Die gesundheitliche Situation von Kindern hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Die soziale Herkunft wirkt sich jedoch stark auf die Gesundheit aus: Kinder aus Elternhäusern mit niedrigerem sozioökonomischem Status haben schlechtere Chancen, gesund aufzuwachsen. Das beginnt schon vor der Geburt. Etwa 30 % der Mütter mit niedrigem sozioökonomischem Status rauchen während der Schwangerschaft; bei Müttern mit hohem sozioökonomischem Status sind es nur 2 %. Die gesundheitlichen Ungleichheiten setzen sich im Lebensverlauf fort. Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischem Status haben öfter psychische Probleme oder sind verhaltensauffällig. Sie treiben auch seltener Sport, ernähren sich ungesünder und sind häufiger übergewichtig.

Bildungschancen von Kindern

In Deutschland wird die Schulwahl nach wie vor vom familiären Hintergrund bestimmt. Im Jahr 2017 hatte mit 65 Prozent die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler an Gymnasien Eltern mit Abitur oder Fachhochschulreife. Dagegen wuchsen nur wenige Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bei Eltern auf, die einen Hauptschulabschluss (7 Prozent) oder keinen allgemeinbildenden Abschluss (2 Prozent) besaßen. Umgekehrt verhielt es sich bei Kindern, die auf Hauptschulen gingen: Über die Hälfte der Hauptschülerinnen und Hauptschüler lebte bei Eltern, die einen Hauptschulabschluss (42 Prozent) oder keinen allgemeinbildenden Abschluss (14 Prozent) aufwiesen.

Steigende Kinderarmut erschwert kulturelle, soziale und politische Teilhabe

Im Jahr 2017 waren 14,4 Prozent der Kinder unter sechs Jahren armutsgefährdet. Für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren lag dieser Anteil bei 14,5 Prozent. Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren waren mit 16,7 Prozent überdurchschnittlich armutsgefährdet. Im Durchschnitt waren 15,2 Prozent aller Menschen unter 18 Jahren von Armut bedroht. Mittlerweile haben 36 Prozent aller Kinder in Deutschland einen Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass das Kind selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Kinder mit Migrationshintergrund (33,3 Prozent) sind häufiger armutsgefährdet als Kinder ohne Migrationshintergrund (12,7 Prozent).

Kinderarmut ist nicht ausschließlich materielle Armut und somit auch nicht nur mithilfe materieller Leistungen zu lösen. Materieller Mangel kann zu sozialer Stigmatisierung führen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Frage nach kultureller, sozialer, aber auch politischer Teilhabe, die für in Armut lebende und von Armut gefährdete Kinder und Jugendliche besonders erschwert wird. Armut wirkt in alle Bereiche des Lebens, sie beeinflusst Bildungs- und Lebenschancen stark.

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Statistisches Bundesamt / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (Hrsg.):
Datenreport 2018. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland
Bonn 2018
466 Seiten

Der Datenreport steht auf der Website des Statistischen Bundesamts sowie auf www.wzb.eu/datenreport und auf www.bpb.de/datenreport2018 kostenfrei als Download zur Verfügung. Die Buchausgabe ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 Euro erhältlich.

Quelle: Pressemitteilung Statistisches Bundesamt, 14.11.2018
www.destatis.de

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