Große Resonanz bei erstem Niedersächsischen Kinderschutzkongress

Mehr als 200 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen haben sich am 29. Mai 2017 in Hannover beim 1. Niedersächsischen Kinderschutzkongress über aktuelle Entwicklungen im Bereich Kinderschutz ausgetauscht. "Die große Bandbreite der Inhalte dieser Veranstaltung zeigt den Facettenreichtum rund um den Kinderschutz", sagte Sozialministerin Rundt zum Auftakt des Kongresses. "Mit Themen wie Gefährdungseinschätzungen, Kinder als Zeugen häuslicher Gewalt, Kinder psychisch kranker Eltern oder Minderjährigen-Ehen wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Fachfrauen und -männer bei ihrer täglichen Arbeit stehen. Und sie zeigen auch, dass wir unsere Aktivitäten zum Wohl der Kinder stetig weiter ausbauen."

Zu dem Kongress hatten das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, eingeladen – fünf Jahre nach Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes. "Der Kinderschutzkongress ist ein Gipfeltreffen der Arbeit rund um den Kinderschutz in Niedersachsen", ergänzte Johannes Schmidt, Vorsitzender des Niedersächsischen Kinderschutzbundes. Er betonte: "Wir dürfen nicht nachlassen in unseren Anstrengungen, die besten Konzepte in Theorie und Praxis auf ihre Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu überprüfen."

Seit acht Jahren ist der Kinderschutz in der Niedersächsischen Verfassung verankert. Daher begrüßte Ministerin Rundt ausdrücklich die aktuellen Bestrebungen, Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen. Gleichzeitig verspreche die aktuelle Reform des SGB VIII, die Rechte von Kindern zu stärken. "Gesetzliche Änderungen und Weiterentwicklungen erfordern Informationen, Diskussionen und Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Mit dem Format des Kinderschutzkongresses haben wir den Bedarf der Praxis getroffen", so Ministerin Rundt, die sich beeindruckt von der großen Resonanz beim Kongress zeigte.

Wirkungsvoller und effektiver Kinderschutz in Niedersachsen
Rundt bilanzierte für Niedersachsen einen wirkungsvollen und effektiven Kinderschutz. "In den vergangenen Jahren ist es durch Initiativen auf Bundes-, Landes- und auch kommunaler Ebene gelungen, Lücken im Kinderschutz zu schließen. Aufgrund neuer gesellschaftlicher Herausforderungen, die beispielsweise durch die Flüchtlingszuwanderung seit 2015 entstanden sind, ergeben sich aber auch neue Aufgaben." Sie appellierte an die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, auch die Aspekte der Zuwanderung beim Kinderschutz verstärkt in den Blick zu nehmen. Zudem würden seitens des Landes die Weichen gestellt, den Kinderschutz im ländlichen Raum zu stärken.

Mit Landesmitteln werden u.a. diese Institutionen und Projekte in Niedersachsen gefördert:

  • Kinderschutz-Zentren in Hannover und Oldenburg: je 195.000 Euro pro Jahr
  • 20 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: insgesamt 513.000 Euro in diesem Jahr
  • Kinderschutzambulanz an der MHH: 132.600 Euro in 2017
  • Rechte für Mädchen und Jungen in Einrichtungen (Projekt des DKSB): 45.000 in diesem Jahr
  • Berufsbegleitende Weiterbildungskurse zur Kinderschutzfachkraft: 60.000 Euro in diesem Jahr
  • Fortbildungsoffensive mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsfamilien: 21.000 Euro in diesem Jahr
  • Modellprojekt Zentralen Frühe Hilfen (auf Initiative der Stiftung "Eine Chance für Kinder"): seit Ende 2016 für den Zeitraum von drei Jahren mit jährlich 150.000 Euro
  • aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen stehen außerdem für den Einsatz von Familienhebammen und die Weiterentwicklung von Netzwerken Frühe Hilfen jährlich ca. 1,7 Mio. Euro zur Verfügung.

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Aktuelle Informationen zum Kinderschutz, Arbeitshilfen, Informationsmaterialien und Veranstaltungshinweise sind auf www.kinderschutz-niedersachsen.de zu finden.

Pressemitteilung Nds. Sozialministerium, 29.05.2017

Eine Dokumentation des Kongresses ist geplant auf der Website der Kinderschutz-Akademie.

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