Abschlussbericht Modellprojekt Kinderschutz im ländlichen Raum

Kinderschutz-Zentrum-Oldenburg+LK-Friesland_LogoVon 2015 bis 2017 war der Landkreis Friesland in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutz-Zentrum Oldenburg und Förderung des Landes Niedersachsen "Modellregion Kinderschutz im ländlichen Raum". Kernanliegen ist es, die Mobilität von Ratsuchenden und Beraterinnen zu fördern, Hilfssysteme zu vernetzen und bürgerschaftliches Engagement zu stärken.

FamKi-LK-Friesland_LogoDie Familien- und Kinderservicebüros des Landkreises (FamKi) dienen dabei als Knotenpunkte in den Städten und Gemeinden. Sie sollen Eltern gezielt auf Angebote vor Ort hinweisen und durch diese dezentralen, niedrigschwelligen Angebote der frühen Hilfen Hemmschwellen abbauen.

Nun hat das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg den Abschlussbericht vorgelegt. Er zeigt: Das Modellprojekt "Kinderschutz im ländlichen Raum" ist ein Beispiel gelingender Kooperation und Weiterentwicklung von Strukturen im Sinne des erweiterten Kinderschutzes zwischen einer öffentlichen Einrichtung, dem Jugendamt des Landkreises Friesland, und einem Freien Träger, dem Kinderschutz-Zentrum-Oldenburg. Und: Die dreijährige Modellphase, in der ein kompletter Flächenlandkreis seine Strukturen im Sinne des Kinderschutzes kinder- und familienfreundlicher gestalten soll, war quasi ein Auftakt – Friesland ist nun unterwegs, um in verschiedensten Kommunen strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kindern ein geschütztes Aufwachsen ermöglichen.

Die Online-Redaktion des Familienportals hat Mareike van't Zet, Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Oldenburg, zu den Erfahrungen aus dem Projekt befragt:

Frau van't Zet, was waren die besonderen Herausforderung bei diesem Projekt?
Kinderschutz im ländlichen Raum wird erst dann für Bürgerinnen und Bürger interessant, wenn Strukturen zum Wohle der Kinder und ihrer Familien gestaltet werden. Der Kinderschutzbegriff ist ungeeignet für Gemeinwesen orientierte Arbeit. Daher wurde im ersten Projektjahr "Friesland stark für Kinder" alternativ als Motto entwickelt.

Kinderschutz im ländlichen Raum nachhaltig zu gestalten, bedeutet, das Thema bei allen inhaltlichen und strukturellen Entscheidungen mitzudenken. Damit das gelingen kann, braucht es "engagierte und kompetente Anwälte" der Kinder und Familien. Bei uns waren das die FamKi-Kollegen und -Kolleginnen, die in ihre komplexen Rollenanforderungen hineinwachsen mussten. Und es braucht eine extrem gute Vernetzung der Fachkräfte auch mit dem Gemeinwesen... Das alles ist kein Selbstläufer.

Was ist da erforderlich von den Beteiligten?
Nachhaltige Prozesse auf einer so großen Fläche zu starten ist komplex und braucht Kompetenz, Bereitschaft und einen langen Atem:

Da geht es um spezielle Qualifikationen (Beratungs- und Netzwerkkompetenz und Ideen von Community Organizing) der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die benötigt werden.

Verändertes Denken und Handeln in den Leitungsebenen der kommunalen Verwaltungen und eine hohe Bereitschaft Gräben zwischen Landkreis und Gemeindestrukturen zu überwinden.

Und schließlich braucht es viele originelle Ideen, um entsprechend der jeweiligen Möglichkeiten in den heterogenen Städten und Gemeinden Menschen zu bewegen und ortsangepasste Modelle zu entwickeln. Die verschiedenen Modelle von Familienzentren, die nun in Friesland entwickelt werden, sind hierfür ein Beispiel.

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Abschlussbericht "Modellprojekt Kinderschutz im ländlichen Raum"

Kurzfassung des Berichts

Mehr Informationen zur Modellregion Kinderschutz im ländlichen Raum finden Sie auf www.kinderschutz-niedersachsen.de

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