Deutsches Kinderhilfswerk fürchtet Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit

Deutsches-Kinderhilfswerk_LogoDas Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) warnt vor einem Bedeutungsverlust der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland. Der Anteil der Aufwendungen für die Kinder- und Jugendarbeit an den Gesamtausgaben der Kinder- und Jugendhilfe habe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes den niedrigsten Wert seit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes erreicht. Dem Ausgabenanstieg für die Kinder- und Jugendhilfe stehe für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nur ein leichter Anstieg der Ausgaben gegenüber. Angesichts der wachsenden Herausforderungen für die Kinder- und Jugendarbeit ist diese Entwicklung aus Sicht des DKHW bedenklich.

"Der kräftige Zuwachs der Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe insgesamt ist sehr zu begrüßen. Diese sind vor allem auf die gestiegenen Ausgaben für die Kindertagesbetreuung und die Hilfen zur Erziehung zurückzuführen. Gleichzeitig wird aber die Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland weiter marginalisiert. In den letzten Jahren mussten mehrere tausend Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, beispielsweise Jugendhäuser, Abenteuerspielplätze und Spielmobile, ihre Arbeit aufgrund finanzieller Probleme einstellen, die Zahl der Vollzeitstellen in diesem Bereich ist geradezu dramatisch zurückgegangen", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Das sei insbesondere angesichts der Tatsache, dass jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut betroffen ist, ein großes Problem. Armut stelle für Kinder ein bedrohliches Entwicklungsrisiko dar. Deshalb sei es erforderlich, dass alle Beteiligten der Kinder- und Jugendarbeit eine besondere Empathie für diese Gruppe entwickeln. Das sei jedoch nur mit entsprechenden Personal- und Ausstattungsressourcen, etwa in Jugendzentren, Verbänden, Zirkusprojekten und Zeltlagern, auf dem Abenteuerspielplatz, auf der Straße, an Szenetreffpunkten oder im Spielmobil, möglich, so Hofmann weiter.

Kinder- und Jugendarbeit sieht das DKHW als wichtige Ergänzung zum leistungsbezogenen Lernen in der Schule. Denn hier können Kinder und Jugendliche eigene Akzente setzen, sich neue soziale Beziehungen erschließen, selbst Strukturen gestalten und eigenen, individuellen Vorlieben und Kompetenzen nachgehen, die oftmals im Schulkontext nicht zum Tragen kommen. Zudem entwickelten sie dort gesellschaftlich bedeutsame Schlüsselqualifikationen. Und: Kinder und Jugendliche brauchen offene, freie Räume zur Entfaltung eigenständigen Engagements, um eine aktive partizipationsorientierte Rolle in der Gesellschaft zu entwickeln.

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Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 22. Februar 2018
www.dkhw.de

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