Zentralen Frühe Hilfen - Beratungsstellen in Niedersachsen eröffnet

Eine gut erreichbare Anlaufstelle für Frauen, Schwangere, Mütter und Kinder in schwierigen Lebenssituationen, die vertrauensvoll berät und vielfältige Unterstützung vermittelt – das sollen die "Zentralen Frühe Hilfen" leisten, die mit Förderung der niedersächsischen Landesregierung in den kommenden drei Jahren modellhaft in den Landkreisen Verden und Northeim sowie in der Stadt Wilhelmshaven erprobt werden. Mitte Februar 2017 wurden im Haus der Diakonie in Bad Gandersheim und auf dem Gelände der Klinik Wilhelmshaven zwei der drei "Zentralen Frühe Hilfen" offiziell eröffnet. Das Gesundheitszentrum auf dem Gelände des Flüchtlingscontainerdorfes in Verden folgte Ende Februar.

Zentrale Frühe Hilfen hat vielfältige Aufgaben
In der Sprechstunde können sämtliche gesundheitlichen Probleme von Frauen und Kindern besprochen werden. Die Fachkräfte Frühe Hilfen schätzen gesundheitliche Problemlagen ein, empfehlen/vermitteln bei Bedarf ärztliche Behandlungen. Sie helfen bei "banalen" gesundheitlichen Störungen von Kindern und Erwachsenen, bei einfachen Hautproblemen, in Fragen der Ernährung, raten zu Impfungen und stehen für "typisch weibliche" Themen zur Verfügung.

Während der aufsuchenden Betreuung werden gesundheitliche und/oder psycho-soziale Problemlagen abgeklärt sowie entsprechende Beratung und Hilfen angeboten. Die Beratung kann sowohl unterdrückendes Verhalten von Männern, Gewalt gegenüber Frauen und Kindern oder in der Ehe als auch Fragen zur Schwangerschaftsverhütung umfassen. Darüber hinaus motivieren die Fachkräfte Frühe Hilfen Frauen und Mütter zu mehr Teilhabe und Selbstständigkeit, etwa dazu, die deutsche Sprache konsequent zu erlernen.

Modellprojekt mit Vorbildfunktion
Mit den "Zentralen Frühe Hilfen" will die Landesregierung das Angebot in der Gesundheitshilfe für Familien, insbesondere auch für Schutz suchende Frauen und Kinder, ausbauen. Erprobt wird das Konzept modellhaft in einem Zeitraum von drei Jahren in den Landkreisen Northeim, Verden und der Stadt Wilhelmshaven. Die Zentralen sind mit einer Familienhebamme bzw. Fachkraft Früher Hilfen besetzt und bündeln vor Ort die Hilfen bei physischen, psychomotorischen und sozialmedizinischen Fragen und Problemen der Frauen, Eltern und Kinder. Einfache Behandlungen werden direkt vom Fachpersonal ausgeführt. Die beteiligte Kommune stellt die Räumlichkeiten bereit und gewährleistet, dass das Projekt auf Basis einer engen Kooperation von Gesundheits- und Jugendamt umgesetzt werden kann.

Insgesamt fördert das Land das Modellprojekt mit 470.000 Euro. Das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover ist mit der Evaluation des Vorhabens beauftragt und wird die Umsetzung von Beginn an begleiten. Eng eingebunden in das Modellprojekt ist auch die Stiftung "Eine Chance für Kinder". Sie hat das Konzept entwickelt und die Projektleitung übernommen.

Landkreis Verden: Fokus auf Flüchtlingsfamilien

Das Gesundheitszentrum des Landkreises Verden bietet Beratung in allen Fragen der Gesundheit und Erziehung für Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern. Das Angebot richtet sich vornehmlich an geflüchtete Frauen und ihre Kinder.

Im Verdener Gesundheitszentrum sind zwei Fachkräfte der Frühen Hilfen im Einsatz. Die Familienhebamme Valentina Gross bietet dreimal die Woche vor Ort Gesundheitssprechstunden an. Als zweite Fachkraft sucht die Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Elke Seemann die Familien zu Hause auf und bietet ihnen Unterstützung. Die Einsätze werden über die Koordinierungsstelle der Frühen Hilfen vermittelt.

Landkreis Northeim: Fokus auf Flüchtlingsfamilien

Der Landkreis Northeim hat sich dafür entschieden, das Gesundheits- und Beratungszentrum vornehmlich auf die Bedürfnisse von geflüchteten Frauen, Müttern und Kindern auszurichten.

Die hannoversche Stiftung Eine Chance für Kinder hat dafür das Konzept entwickelt und die Projektleitung übernommen. Die Zentrale wird geleitet von der Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Marion Mang. Als zweite Fachkraft aus dem Gesundheitswesen übernimmt die Hebamme Miora Collier die Betreuung der schwangeren Frauen und bei Bedarf die Nachsorge. Insgesamt stehen für beide Fachkräfte zwölf Stunden pro Woche zur Verfügung. Montags und dienstags können Frauen und Müttern jeweils für zwei Stunden zur Sprechstunde in das Haus der Diakonie kommen. Die restliche Arbeitszeit verwenden Mang und Collier für Hausbesuche und vertrauliche Beratungsgespräche.

Stadt Wilhelmshaven: Angebot weiter ausbauen

In Wilhelmshaven ist die Wilhelmshavener Kinderhilfe WiKi Träger der Zentrale Frühe Hilfen. Angesiedelt ist die Beratungsstelle für Schwangere, Mütter und Familien im Elke-Walter-Haus in Nachbarschaft des Klinikums als ein niedrigschwelliges Hilfsangebot bei medizinischen und sozialen Problemen. Durch das neue Angebot sind die Fachkräfte Frühe Hilfen (Familienhebammen) werktäglich im Elke-Walter-Haus zu erreichen. Damit ist die niedrigschwellige Erreichbarkeit für Eltern und kleine Kinder ideal gegeben.

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Zentrale Frühe Hilfen Verden

Beratungsstelle im Containerdorf am Kreishaus
Valentina Gross (Familienhebamme, Leitung Anlaufstelle)
Lindhooper Str. 67
27283 Verden

Sprechstunden:
montags 11.30 bis 13.00 Uhr
mittwochs 14.00 bis 15.30 Uhr
donnerstags 8.00 bis 09.30 Uhr

Aufsuchendes Angebot:
Elke Seemann (Familien,- Gesundheits- und Kinderkrankenschwester)

Fachliche Begleitung:
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
Barbara Dedekind
T 04231 / 156 71

Zentrale Frühe Hilfen Bad Gandersheim

Gesundheitszentrum "Zentrale Frühe Hilfen"
Marion Mang (Familien-, Gesundheits-, Kinderkrankenpflegerin)
Stiftsfreiheit 14
37581 Bad Gandersheim

Sprechzeiten:
montags 10.00 bis 12.00 Uhr
dienstags 15.00 bis 17.00 Uhr

Aufsuchendes Angebot:
Marion Mang (Familien-, Gesundheits-, Kinderkrankenpflegerin)
Miora Collier (Hebamme)

Fachliche Begleitung:
Koordinierungsstelle Frühe Hilfen (Fachbereich Kinder, Jugend und Familien)
Michaela Unger
T 05551 / 70 82 24

Zentrale Frühe Hilfen Wilhelmshaven

Zentrale Frühe Hilfen auf dem Gelände des Klinikums
Friedrich-Paffrath-Straße 114
26389 Wilhelmshaven
T (04421) 98 84 255

Öffnungszeiten:
montags/mittwochs 15.00 bis 17.00 Uhr
dienstags/donnerstags 9.00 bis 11.00 Uhr

Fachliche Begleitung:
Stadt Wilhelmshaven - Jugendhilfeplanung
Thomas Neumann
T 04421 / 16 17 89

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