Familienleben in der Corona-Krise: Was Kindern und Eltern Sorgen macht

Save-the-Children_LogoDie meisten Kinder in Deutschland vermissen in der Corona-Krise den Kontakt zu Freunden, genießen aber die zusätzliche Zeit zu Hause - jedoch fühlt sich jedes zehnte Kind daheim allein und unwohl. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Save the Children zum Umgang von Familien mit den Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen.

Forsa befragte in der Woche vor Ostern Kinder zwischen acht und 17 Jahren sowie Erwachsene, die Kinder in diesem Alter haben. Die Umfrage ergab außerdem, dass die meisten Kinder in Deutschland in der Corona-Krise den Kontakt zu ihren Freunden vermissen, aber die zusätzliche Zeit zu Hause genießen. Für die meisten Eltern stellt die Ungewissheit über die Dauer der Maßnahmen die größte Belastung dar.

Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland: "Ein großer Teil der Familien scheint mit der Situation insgesamt gut umgehen zu können. Aber darüber dürfen wir die Kinder und Familien nicht vergessen, die in der aktuellen Krise stark überfordert sind. Wie unsere Umfrage zeigt, haben viele Kinder schlichtweg Angst, fühlen sich eingesperrt und sorgen sich um Streit in der Familie."

Fast die Hälfte der Mädchen und Jungen stört außerdem, dass sie nicht zur Schule gehen können. Zudem bedrückt ein Drittel der befragten Kinder, dass sie vielleicht in der Schule den Anschluss verlieren oder den Schulabschluss nicht machen könnten. Die Frage, welche Konsequenzen der ausfallende Schulbesuch für ihre Kinder hat, macht auch 33 Prozent der Eltern Sorgen. Mehr als ein Viertel der Kinder wissen nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen oder empfinden sich als "zu Hause eingesperrt". Die Hälfte der Eltern macht die Ungewissheit zu schaffen, nicht zu wissen, wann ihre Kinder wieder zur Schule gehen können.

Furcht vor Infektion, schulischen Problemen und mehr Streit in der Familie
Welche Sorgen und Ängste treiben die Kinder und die Eltern in der Corona-Krise um? Bei den Kindern ist die Sorge am größten, dass ein Freund oder Familienmitglied krank werden könnte. Bei den Eltern äußern 63 Prozent diese Sorge. Vor einer eigenen Erkrankung fürchten sich 32 Prozent der Mädchen und Jungen. Bei den jüngeren Kindern zwischen acht und zehn Jahren ist diese Sorge besonders stark: In dieser Altersgruppe haben knapp die Hälfte der Kinder Angst, selbst mit dem Virus angesteckt zu werden. Über die Hälfte der Eltern bedrückt zudem die berufliche Unsicherheit und die Angst, infolge der Corona-Krise ihren Arbeitsplatz verlieren zu können. Fast jedes fünfte Kind sorgt sich auch, dass es in seiner Familie zunehmend Streit geben könnte.

"Elf Prozent der Kinder fühlen sich laut unserer Forsa-Umfrage traurig, sieben Prozent haben Angst. Das sind die Kinder, die wir jetzt in Deutschland erreichen müssen. Das sind die Kinder, denen wir Angst nehmen und vor allem Sicherheit geben müssen.", so Krüger

Die Forsa-Umfrage zeigt auch einige positive Ergebnisse. So funktioniert in den meisten Familien die Kommunikation über das Coronavirus und seine Gefahren gut. 88 Prozent der Eltern finden es eher leicht oder sogar sehr leicht, mit ihren Kindern über das Thema zu reden. Fast allen Kindern fällt es leicht, mit ihren Eltern über das Coronavirus zu sprechen. Ebenso scheint das Lernen ohne Schule aus Sicht vieler Familien recht gut zu klappen. 70 Prozent der Eltern meinen, dass es bei ihrem Kind bzw. ihren Kindern gut oder sehr gut funktioniert. Die Kinder teilen diese Einschätzung: Fast zwei Drittel finden, dass das Lernen zu Hause gut läuft. Einige Familien können der Situation sogar etwas direkt Positives abgewinnen: So sagen 43 Prozent der befragten Eltern und 38 Prozent der Kinder, dass sie es genießen, jetzt mehr Zeit mit ihrer Familie zu haben.

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