Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Familienarbeitszeit

Ein Großteil der Eltern wünscht sich eine partnerschaftlichere Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit, wie Umfragen zeigen. Dennoch entscheiden sich in Deutschland Familien mit Kindern im Vorschulalter meist für das klassische Ein-Verdiener- oder Eineinhalb-Verdiener-Modell – durch das Ehegattensplitting, Minijobs und beitragsfreie Mitversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung sind diese Modelle für viele Familien finanziell attraktiver.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hat im Herbst 2013 im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung die Wirkungen und Kosten einer neuen familienpolitischen Lohnersatzleistung bei Familienarbeitszeit untersucht. Das Modell der Familienarbeitszeit sieht vor, dass beide Eltern ihre Arbeitszeit auf 80 Prozent anpassen und einen Teil des ausfallenden Lohnes ersetzt bekommen. Die finanzielle Unterstützung soll im Anschluss an das Elterngeld gezahlt und auf drei Jahre begrenzt werden. Der Zuschuss soll sich dabei am Nettoeinkommen der Eltern orientieren und für kleinere Einkommen prozentual größer ausfallen als für höhere. Durchgespielt wurden zwei unterschiedliche Ausgestaltungen der Lohnersatzleistung.

Das Fazit:

  • Lohnersatzleistungen bei Familienarbeitszeit würden finanzielle Anreize zur Arbeitszeitreduktion für beide Elternteile erhöhen, denn das Nettoeinkommen würde steigen - bei durchschnittlichen Löhnen um monatlich 300 bis 350 Euro mehr als im Eineinhalb-Verdiener-Modell möglich.
  • Der Anteil der Familien mit partnerschaftlicher Arbeitsteilung würde sich um knapp 40 bis 70 Prozent erhöhen.
  • Dabei blieben die Kosten – zunächst – überschaubar bei 67 bis 138 Millionen Euro pro Jahr.
  • Langfristig könnten mehr Eltern ermutigt werden, diese Arbeitszeitkombination zu wählen. Dann würden die Kosten der Lohnersatzleistung steigen.

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Kai-Uwe Müller, Michael Neumann, Katharina Wrohlich:
Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine neue Lohnersatzleistung bei Familienarbeitszeit
in: DIW Wochenbericht 46 / 2013, Arbeitsteilung in der Familie
S. 3-11
Download unter www.diw.de

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