Initiative Kinderfreundliche Kommunen

Kinderfreundliche-Kommunen_Logo Seit 2014 können sich bundesweit alle Kommunen ab einer Größe von 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern für die Teilnahme am Siegel "Kinderfreundliche Kommune" bewerben. Mit einer stetig wachsenden Zahl an Kommunen hat sich bereits ein umfangreiches Netzwerk kinderfreundlicher Kommunen gebildet. Die ersten Kommunen befinden sich bereits in der Verlängerung des Programms und durchlaufen damit einen zweiten Zyklus des Programms hin zu mehr Kinderfreundlichkeit. In Niedersachsen beteiligen sich derzeit fünf Kommunen: Wolfsburg, Wedemark, Algermissen, Bad Pyrmont und Hemmoor.

Mit dem Siegel unterstützen das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland das Engagement zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene. Der dazu gegründete Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. wird das Siegel an Städte und Gemeinden vergeben, die unter der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen einen Aktionsplan für die lokale Umsetzung von Kinderrechten verabschiedet haben.

Das Konzept setzt folgende Schwerpunkte:

  • die breite Beteiligung von Kindern und Jugendlichen,
  • ein international erprobtes und vergleichbares Verfahren anhand klarer Kriterien
  • sowie die Nachhaltigkeit durch eine langfristig angelegte Prozessbegleitung.

Das Vorhaben erfolgt auf der Grundlage internationaler Standards von UNICEF. Kommunen, die das Siegel erhalten möchten, durchlaufen ein festgelegtes, aber gleichermaßen individuell an sie angepasstes Programm und müssen darin auf diese Standards hinarbeiten. Die Grundlage bilden neun Bausteine, zu denen sich die Kommunen bekennen müssen:

  • die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen,
  • die kinderfreundliche Rahmengebung,
  • der übergreifende Aktionsplan,
  • die Interessenvertretung für Kinder,
  • der Vorrang des Kindeswohls,
  • ein ausgewiesener Kinder- und Jugendetat,
  • der regelmäßige Bericht der Kommune,
  • die Information über Kinderrechte
  • und die Unterstützung von Kinderrechtsorganisationen.

Der Prozess beginnt mit einer Standortbestimmung anhand eines Fragebogens. Die Entwicklung und Auswertung der Indikatoren wurde gefördert vom Bundesfamilienministerium. Workshops mit Kindern und Jugendlichen ermitteln ihre Wünsche und Vorschläge, die in einen Aktionsplan einfließen. Darin sind die Ziele, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten festgehalten. Der Aktionsplan wird vom Stadtrat beschlossen. Aus dem Aktionsplan wird eine Zielvereinbarung entwickelt, die zwischen der Verwaltung und dem Verein abgeschlossen wird und zur Vergabe des Siegels führt. In dem Vorhaben wird also kein Ergebnis zertifiziert, sondern ein Prozess. Dieser wird vom Verein begleitet und von einer Sachverständigenkommission aus Experten unterstützt und nach zwei und vier Jahren evaluiert.

Das Siegel wird für drei Jahre vergeben und kann danach durch einen neuen Aktionsplan verlängert werden. Der Vorteil für eine Kommune besteht darin, dass sie an einem international erprobten Verfahren teilnimmt. In Abgrenzung zu ähnlichen Verfahren verfolgt diese neue Initiative einen kinderrechtlichen Ansatz, der die Meinung von Kindern und Jugendlichen explizit mit einbezieht. Die Kommunen werden in der lokalen und nationalen Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und können das Siegel für das Stadtmarketing nutzen. Die Teilnahme am Verfahren bietet die Möglichkeit der Vernetzung und des Erfahrungsaustausches.

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