Beratungskompetenz zu Regenbogenfamilien: Bundesweites Modellprojekt gestartet

LSVD-family_LogoAnfang Juli 2015 ist das Projekt "Beratungskompetenz zu Regenbogenfamilien - Erfordernisse und Potenziale in professioneller Begleitung" des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) gestartet. Mit dem dreijährigen bundesweiten Modellprojekt sollen die Familienberatungsstellen in ihrer Kompetenz zur Beratung und Unterstützung von gleichgeschlechtlichen Eltern und gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kinderwunsch gestärkt werden. Ermöglicht wird das Projekt durch die Förderung des Bundesfamilienministeriums.

Regenbogenfamilien haben in den vergangenen Jahren zunehmend gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung erfahren. Dennoch sind Vorbehalte gegenüber sexueller Vielfalt gerade im Kontext von Familie und dem Aufwachsen von Kindern nach wie vor verbreitet.

Bislang wenden sich lesbische Mütter und schwule Väter ebenso wie Lesben und Schwule in der Familienplanung nur selten an lokale Familien- oder Erziehungsberatungsstellen. Sie präferieren spezialisierte Beratungsangebote, weil sie sich – wie Befragungen nahelegen – hier nach wie vor hinsichtlich des Wissens um ihre Familienform und die vorurteilsfreie Annahme besser aufgehoben fühlen.

Rat und Hilfe am Wohnort
Der LSVD und das Bundesfamilienministerium wollen hier Abhilfe schaffen, damit die Mitglieder von Regenbogenfamilien wohnortnah in Familien- und Erziehungsberatungsstellen fachkundigen Rat und Hilfe finden und sich willkommen fühlen können. Verschiedene Angebote sollen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Beratungsstellen dabei unterstützen, sich mit den Herausforderungen und Potenzialen von Regenbogenfamilien vertraut zu machen und Hürden für Ratsuchende zu verringern.

Um Signale einer Willkommenskultur zu setzen, werden den mitwirkenden Institutionen projekteigene Print- sowie virtuelle Medien zur Verfügung gestellt, die sie für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen können.

Ab Frühjahr/Sommer 2016 bietet der LSVD Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen an mit bedarfsgerecht konzipierten, praxisnahen und lösungsorientierten Veranstaltungsmodulen und ein umfangreiches Internetportal mit Fachforum.

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Weitere Informationen: BMFSFJ, 01.07.2015, und LSVD

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