Familienbüro und Gleichstellungsbeauftragte: Anlaufstellen in jeder Lebenslage


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Jährlich am 8. März erinnert der Weltfrauentag daran, dass Frauen weltweit für ihre Besserstellung und die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kämpfen. Oft genannte Themen dabei sind die ungleiche Bezahlung im Job oder die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie als Frau. Themen, mit denen auch Irene Keller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Cloppenburg, und Nahla Kanjo, Mitarbeiterin des Familienbüros, sowie die ehrenamtliche Beraterin Kristin Bruns oft in ihrer Arbeit konfrontiert werden. Zum Weltfrauentag 2020 rückten sie das wichtige Thema Gewalt in den Vordergrund. Denn der Schutz vor Gewalt ist Frauenrecht und Menschenrecht zugleich.

Gewalt gegen Frauen trifft jede gesellschaftliche Schicht. Unabhängig von Herkunft und Einkommen ist Gewalt noch heute ein brisantes und sensibles Thema, über das öffentlich nicht gern gesprochen wird. Um dieses Schweigen zu durchbrechen, wurde bei einem gemeinsamen Frühstück anlässlich des Weltfrauentages am 8. März der Film "Nur eine Frau" gezeigt.

Der Film erzählt die Geschichte von Hatun Aynur Sürücü, die 2005 für ihren westlichen Lebensstil von einem Familienmitglied ermordet wurde und verdeutlicht die Herausforderung, vor der Migrantinnen und Migranten oft stehen. Einerseits möchten sie sich gut in der neuen Heimat integrieren, andererseits sind viele tief verwurzelt in der gewohnten Tradition.

Im Anschluss an den Film tauschten die Frauen sich über ihre Erfahrungen aus. Viele der Frauen mit Migrationshintergrund standen anfänglich vor ähnlichen kulturellen Herausforderungen. Beratung finden sie - sowie alle, die Unterstützung möchten - zu allen Lebensbereichen im Rathaus. Bereits seit elf Jahren organisiert das Familienbüro Treff- und Austauschmöglichkeiten für Frauen mit Migrationshintergrund. Anfangs war die Skepsis groß. "Zu den ersten Treffen sind gerade einmal drei Frauen in Begleitung ihrer Männer und Kinder gekommen," erinnert sich Nahla Kanjo schmunzelnd.

Mittlerweile gibt es mehrere sehr aktive Frauengruppen mit vielen Mitgliedern. Sei es die Mutter-Kind Gruppe, die Backgruppe von Frauen und Seniorinnen und Senioren oder die gemeinsame Organisation von Ausflügen und verschiedenen Events - die Gruppen sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Leben vieler Frauen. Daraus sind viele Freundschaften entstanden, in denen die Frauen sich gegenseitig helfen, unterstützen und motivieren. Sei es beim Lernen für den Sprachkurs oder Führerschein, bei Fragen zu Betreuungsplätzen oder den Ausbildungsmöglichkeiten, die Frauen jeglicher Herkunft sind füreinander da. Das spricht sich rum. Noch immer stoßen weitere Frauen zu den Gruppen dazu. Sie alle möchten sich in der neuen Heimat integrieren uns fühlen sich auch von Einheimischen gut angenommen. Viele sind mittlerweile berufstätig, die ersten haben nach einigen Jahren in Deutschland nun zudem die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt.

Doch nicht nur Frauen mit Migrationshintergrund suchen Unterstützung, davon kann auch Irene Keller berichten. Seit 2017 ist sie hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Cloppenburg. Mobbing, sexuelle Belästigung, ungleiche Bezahlung, die Suche nach einem Betreuungsplatz für das eigene Kind - die Anfragen, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt an sie richten, sind vielseitig.

Ob am Telefon oder in ihrem Büro, Zeit für die Anliegen nimmt sie sich gern. "Personen, die sich an mich wenden, suchen oft einen neutralen Zuhörer und sich am Ende des Gespräches dankbar. Nicht nur für Ratschläge und das neue Wissen, wo sie Hilfe finden können, sondern vor allem dafür, dass Ihnen zugehört wurde," so Irene Keller. Oft arbeiten sie und das Familienbüro sowie Kirsten Bruns eng zusammen. Kirsten Bruns war Mitgründerin des Frauennotrufes in Cloppenburg und hat viele Jahre als Mitarbeiterin in der Institution mitgewirkt. Seit 2018 ist sie im Ruhestand und unterstützt das Familienbüro sowie die Gleichstellungsbeauftragte ehrenamtlich in der Beratung der Hilfesuchenden.

Wenn alle drei Anlaufstellen nicht weiterhelfen können, dann kennen sie jemanden, der das kann und vermitteln die Hilfesuchenden themenspezifisch weiter. Dabei ist Ihnen eines besonders wichtig: Diskretion und Empathie. "Viele kommen ja auch wieder. Das zeigt, dass sie uns vertrauen," freut sich Nahla Kanjo vom Familienbüro über die Anerkennung.

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Kontakt

Familienbüro der Stadt Cloppenburg
Norbert Schillmöller und Nahla Kanjo
Telefon: 04471 / 18 53 37
schilmoeller@cloppenburg.de

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Cloppenburg
Irene Keller
Telefon: 04471 / 18 5 5 31
i.keller@cloppenburg.de

Quelle: Pressemitteilung Stadt Cloppenburg, 10.03.2020 cloppenburg.de

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