Arbeiten im Home-Office stärkt Vereinbarkeit

Für die meisten Beschäftigten ist das Arbeiten im Home-Office eine wichtige Erleichterung und Hilfe, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Das ist eines der Kernergebnisse einer Expertise im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zu Angebot und Nachfrage mobiler Arbeitsformen.

Fast jedes zweite Unternehmen (40 Prozent) bietet der Studie zufolge heute Home-Office-Modelle an. 2003 waren es noch lediglich 8 Prozent. Für fast alle Eltern (93 Prozent), die entsprechende Angebote nutzen, erleichtert dies die Vereinbarkeit von Familie und Beruf substantiell. Dabei spielt die Zeitersparnis eine zentrale Rolle: Sie beträgt im Durchschnitt 4,4 Stunden pro Woche, bei fast jedem sechsten Beschäftigten sogar zehn Wochenstunden und mehr. Diese Zeit nutzen vier von fünf Beschäftigten für Familie und Kinder. Das mobile Arbeiten fördert auch die Partnerschaftlichkeit. Knapp ein Drittel aller befragten Beschäftigten nutzen die freigewordene Zeit zur Entlastung der berufstätigen Partnerin bzw. des berufstätigen Partners.

Die Chancen mobilen Arbeitens werden allerdings von vielen Beschäftigten noch unterschätzt. Wer noch keine Home-Office-Möglichkeiten nutzt, der schätzt auch die damit verbundene Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich geringer ein als Beschäftigte, die bereits Home-Office-Erfahrung haben. Vor allem verhindert jedoch aktuell die Kultur in vielen Unternehmen, dass Home-Office noch besser genutzt wird. Über die Hälfte der Beschäftigten, die bisher nicht im Home-Office arbeiten (54 Prozent), geben an, dass sie dies deswegen nicht tun, weil es in ihrem Betrieb nicht üblich ist. Die große Mehrzahl der Unternehmen, die kein mobiles Arbeiten anbieten, begründen dies meist damit, dass eine permanente Anwesenheit erforderlich ist - noch bremst eine ausgeprägte Präsenzkultur das Home-Office aus.

Die Studie ist unter dem Titel "Digitalisierung - Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf" erschienen. Sie basiert auf zwei repräsentativen Befragungen. Im September und Oktober 2015 befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 284 Mütter und Väter mit minderjährigen Kindern im Haushalt. Die Befragten arbeiteten entweder schon mit Hilfe von Computer und Internet von Zuhause aus oder konnten sich eine solche Arbeit aufgrund ihrer Tätigkeit vorstellen. Im August und September 2015 führte zudem die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Befragung bei 300 Unternehmen aller Branchen und Größen sowie aus allen Regionen Deutschlands durch.

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Kurzzusammenfassung und Download der Studie unter www.erfolgsfaktor-familie.de

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