Impfungen

Impfungen gehören zum wirksamsten Schutz für zahlreiche Infektionskrankheiten, die hoch ansteckend sind, schwere Folgen haben können oder für die es keine bzw. nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Viele der heute oft unterschätzten "Kinderkrankheiten" wie Mumps, Masern, Röteln oder Keuchhusten konnten in den letzten Jahrzehnten durch Schutzimpfungen eingedämmt werden. Ihre Erreger sind jedoch noch immer verbreitet und können bei ungeimpften Kindern und Erwachsenen oder bei abwehrgeschwächten Menschen zu schweren Erkrankungen führen.

In Deutschland gibt es keinen Impfzwang. Allerdings gehört ein umfassendes Impfprogramm zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen. Den maßgeblichen Standard dafür gibt die Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut (STIKO) vor. Außerdem wurden mit dem Präventionsgesetz, das Mitte 2015 in Kraft getreten ist, zahlreiche Regelungen ergriffen, um den Impfschutz zu verbessern. Seitdem können ungeimpfte Kinder und Jugendliche beispielsweise vorübergehend vom Besuch einer Kita oder Schule ausgeschlossen werden, um einen Krankheitsausbruch zu verhindern. Eltern müssen vor dem Kita-Eintritt ihres Kindes eine verpflichtende ärztliche Impfberatung nachweisen. Zudem müssen alle Gesundheits-Routineuntersuchungen für Kinder und Erwachsene dazu genutzt werden, den Impfstatus zu überprüfen.

Empfohlene Standardimpfungen

Das empfohlene Impfprogramm der STIKO beugt Erkrankungen wie Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Diphtherie, Kinderlähmung, Hirnhaut- und Kehlkopfentzündungen und Hepatitis B vor. Zusammengefasst wird es in einem Impfkalender, der regelmäßig nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert wird.

GesundheitDie meisten Impftermine für Säuglinge und Kinder können gleichzeitig mit den Früherkennungsuntersuchungen wahrgenommen werden. Nur wenn alle Teilimpfungen in bestimmten Zeitabständen eingehalten werden, kann ein umfassender Impfschutz aufgebaut werden.

Die Kosten dieser Standard- und Auffrischungsimpfungen werden seit dem 1. April 2007 von den Krankenkassen oder dem Sozialamt getragen. Praxisgebühren fallen dafür nicht an.

Übrigens! Ärztinnen und Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, Sie vor einer Schutzimpfung über alle Fakten, die Ihre Impfentscheidung beeinflussen können, aufzuklären.

Webtipps und Broschüren

Webtipp

www.kindergesundheit-info.de | Unter demThema "Riskien & Vorbeugen" finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Schutzimpfungen.

www.gesundes-kind.de | Kostenloses Impf- und Vorsorge-Erinnerungssystem per E-mail. Mit dem persönlichen Impf- und Vorsorgekalender lassen sich die individuellen Impftermine errechnen. Ein Expertenrat der Universitätsklinik Mainz beantwortet Fragen zum Thema.

www.impfen-info.de | Informationen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung

www.rki.de | Informationen der Ständigen Impfkommission

Buchtipp

Kostenlose Broschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

Der Flyer "Infos zum Impfen" richtet sich direkt an Jugendliche enthält bereits den Hinweis auf die von der STIKO empfohlene Impfung für Mädchen gegen Humane Papillomaviren, die für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Beide Broschüren stehen auf www.bzga.de als PDF-Dateien zum Download bereit.

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