Alltagswelten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

In der zweiten und dritten Generation nach der Einwanderung gleichen sich die Lebensverhältnisse von Familien mit und ohne Migrationshintergrund an. Das ergaben ausgewählte Analysen des DJI Survey 2009 unter dem Titel "Aufwachsen in Deutschland mit fremden Wurzeln – Alltagswelten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund". Eine wichtige Rolle bei der Integration spielen neben der eigenen Familie die Lehrerinnen und Lehrer als Bezugspersonen.

Befragt wurden für die Studie Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren und ihre Eltern. Insgesamt fühlen sich die befragten Kinder gut integriert. Unterschiede in den Lebensverhältnissen zeigen sich jedoch zwischen der ersten, zweiten und dritten Generation von Migrantenfamilien:

  • Die Kinder und Jugendlichen in Familien der ersten oder zweiten Generation mit Migrationshintergrund haben im Vergleich zu deutschen Familien ein erheblich höheres finanzielles Armutsrisiko. Das gilt besonders für Familien aus Russland und der Türkei.
  • Eindeutig nachteilig wirkt sich sowohl auf die soziale Integration als auf den Bildungserfolg der Kinder aus, wenn im Elternhaus vorrangig nicht deutsch gesprochen wird. Dies ist bei 16 Prozent der Kinder der ersten und zweiten Generation der Fall.
  • Die Schulleistungen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich nicht wesentlich. Dennoch fürchten viele Kinder mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation, den Schulabschluss nicht zu schaffen. Besonders auffällig ist dies bei türkischstämmigen Kindern, bei denen bereits jedes fünfte Kind an seinem Erfolg zweifelt.
  • Kinder mit Migrationshintergrund der ersten oder zweiten Generation verlieren bei schlechten Noten deutlich häufiger das Interesse an dem Fach. Möglicherweise werden diese Reaktionen auch durch wichtige Personen wie Lehrkräfte verstärkt.
  • Im Freizeitverhalten, etwa beim Sporttreiben oder Lesen, zeigen sich kaum migrationsbedingte Unterschiede. Hier spielt eher der Bildungsstand der Eltern eine Rolle.

Als auffällig im Hinblick auf Integrationsbereitschaft hebt die Studie hervor, dass deutsche Kinder meist nur deutsche Freundinnen und Freunde haben. Kinder aus Migrantenfamilien seien offener für Freundschaften mit Kindern anderer Nationalitäten. Eine größere herkunftskulturelle Vielfalt in den Freundschaftsbeziehungen unterstütze jedoch die Entwicklung interkultureller Kompetenz. Sie müsse stärker gefördert werden.

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Die Ergebnisse der DJI-Untersuchung finden Sie auf der Website des DJI.

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