Neues Thema für Elterntalk Niedersachsen: Spielend die Welt entdecken

Elterntalk-Niedersachsen_Logo"Was soll mein Kind tun, wenn der Computer oder der Fernseher ausgeschaltet ist?" Als ihr diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, war Simone Zanjani sprachlos. "Spielen, malen, basteln, nach draußen gehen?", dachte die Dipl. Sozialarbeiterin und Pädagogin. Nach und nach wurde ihr deutlich, dass viele Eltern diese Frage ernst meinen und konkrete Antworten darauf erwarten. Die Landesstelle Jugendschutz (LJS) hat dieses Bedürfnis aufgegriffen und das Thema "Spielend die Welt entdecken" als zusätzlichen Schwerpunkt in die interkulturelle Initiative "Elterntalk Niedersachsen" integriert.

Zanjani leitet das Präventionsprojekt der LJS, mit dem pro Jahr mehr als 6.000 Mütter und Väter mit Migrationshintergrund in mittlerweile 21 niedersächsischen Kommunen erreicht werden: Zu den Gesprächsrunden laden Eltern andere Eltern zu sich nach Hause ein. Angesprochen werden damit Mütter und Väter mit Kindern von bis zu 14 Jahren, die in der Regel keine öffentlichen Veranstaltungen besuchen, sondern ein privates Umfeld bevorzugen. Ziel ist es, möglichst viele Eltern in ihrer Erziehungsverantwortung und -kompetenz zu stärken.

Spielen ist elementar für ein gesundes Aufwachsen
"In der heutigen Zeit hat es natürlich einen hohen Stellenwert, sich mit digitalen Medien und deren Konsum im Erziehungsalltag auseinander zu setzen. Elementar für die motorische, sprachliche, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern ist es, mit ihnen von Anfang zu spielen", betont Zanjani. Beim Spielen wird Erlebtes verarbeitet und das Agieren mit anderen vertieft. Dabei ist es nicht wichtig, ob viel Spielzeug vorhanden ist. "Zeigen Sie Ihren Kindern, was und wie noch gespielt werden kann – ohne viel Aufwand und Kosten", sagt Simone Zanjani. Sie empfiehlt Eltern und Großeltern, sich an ihre Lieblingsspiele zu erinnern und diese weiterzugeben. Das stärkt nicht nur die familiäre Bindung, sondern auch die gemeinsame Identität.

Wie geht das?
Zu den Elterntalks bringen geschulte Moderator/innen einen Postkartensatz mit, auf denen zahlreiche Spielsituationen im Haus und im Freien abgebildet sind: Die Motive reichen von traditionellen Lege-, Brett-, Karten und Würfelspielen über Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele bis zu Rollenspielen und digitalen Freizeitbeschäftigungen. Die teilnehmenden Mütter und Väter kommen anhand dieser Karten schnell ins Gespräch, erinnern sich an ihre Kindheit, tauschen sich aus, bekommen neue Ideen und Anregungen für drinnen und draußen. "Gemeinsam Spielen ist Qualitätszeit für die ganze Familie, erzeugt Nähe und gute Stimmung, selbst wenn es nur eine halbe Stunde dauert und beim Verlieren schon mal Tränchen fließen oder Spielsteine fliegen", sagt Zanjani.

Über Elterntalk Niedersachsen

Das Projekt ist eine Initiative der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS), die Eltern als Experten in Erziehungsfragen anspricht und zum Erfahrungsaustausch motiviert. Zielgruppen sind Mütter und Väter, die klassische Angebote zur Elternbildung selten wahrnehmen. Um der Lebenswirklichkeit in vielen Familien nahezukommen, werden die Gesprächsrunden im privaten Rahmen organisiert. Angeleitet werden die lockeren Gesprächsrunden von Moderatorinnen und Moderatoren, die Eltern sind und in dialogischer Gesprächsführung ausgebildet wurden. Sie kommen aus der Türkei, Iran, Russland, Syrien und weiteren Ländern.

Die Initiative wird seit 2012 unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Elterntalks werden in Kooperation mit Standortpartnern in ganz Niedersachsen angeboten – dazu zählen Kommunen, Verbände und freie Träger. Das Land Niedersachsen unterstützt mit einer Anschubfinanzierung. Nach drei Jahren werden die Elterntalks an den mittlerweile mehr als 20 Standorten in Kooperation mit Sponsoren finanziert. Vor Ort organisieren Regionalbeauftragte die Elterntalks.

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Quelle: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS), 18.02.2019

Eine Übersicht der Standorte und weitere Informationen gibt es auf www.elterntalk-niedersachsen.de. Auf der Website stehen neben den Informationen zur Initiative auch mehrsprachige Materialien als Downloads zur Verfügung.

Kontakt
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen
Simone Zanjani
Projektkoordinatorin Elterntalk Niedersachsen
Leisewitzstr. 26
30175 Hannover
T 0511 / 85 87 88
info@jugendschutz-niedersachsen.de
www.elterntalk-niedersachsen.de

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