Waldkindergarten

Auch in Waldkindergärten stehen Spielen, Lernen, Basteln, Toben und Singen im Mittelpunkt. Doch im Unterschied zu den ganz "normalen" Regelkindergärten findet dies draußen im Freien statt – bei Sonne, Wind und Wetter, täglich mindestens vier Stunden.

Die Idee, Kinder in der freien Natur zu betreuen, stammt aus Skandinavien. 1993 wurde der erste amtlich anerkannte Kindergarten dieser Art in Flensburg eröffnet. Heute gibt es bundesweit bereits mehr als 700 Waldkinderkindergärten.

Spielumgebung Sonne, Wind und Wetter

Auch in Waldkindergärten stehen Spielen, Lernen, Basteln, Toben und Singen im Mittelpunkt. Doch im Unterschied zu den ganz "normalen" Regelkindergärten findet dies draußen im Freien statt, bei Sonne, Wind und Wetter. In den klassischen Natur- und Waldkindergärten halten sich die Kinder bei jedem Wetter, täglich mindestens vier Stunden, in der Natur auf. Nur bei extremer Witterung wird ein Schutzraum aufgesucht – ein Bauwagen, eine Hütte oder ein Gruppenraum in einer Einrichtung.

Natur – starke pädagogische Kraft

Die Natur als starke pädagogische Kraft wird im Waldkindergarten bewusst genutzt. Die Kinder sollen die Natur bewusst erleben und die Abhängigkeit von ihr erfahren – und so für das Erwachsenenalter zu einer größeren Nähe zur Natur und Achtung der Umwelt finden.

Gleichzeitig bietet ein Leben in und mit der Natur ganz besondere Möglichkeiten, beispielsweise zur Förderung körperlicher Aktivitäten. Auch werden Kinder in der Entwicklung ihrer emotionalen Stabilität und ihrer Konzentrationsfähigkeit gefördert. So verzichtet man beispielsweise auf fertiges Spielzeug, was dann wiederum die Phantasie und Kreativität anregen soll. Außerdem bietet die direkte Begegnung mit der Natur eine Alternative zu den medial vermittelten Erlebnissen über Fernsehen und Computer.

Flensburger Waldkindergartenkonzept

Eine Natur- und Waldkindergartengruppe hat zwischen 15 bis 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Betreut werden sie von zwei Erzieherinnen oder Erziehern, die über eine Qualifikation im Bereich Natur- und Waldpädagogik verfügen und sich regelmäßig auf diesem Gebiet fortbilden. Viele Natur- und Waldkindergärten arbeiten nach einem Konzept, das sich an dem Flensburger Waldkindergartenkonzept orientiert.

Wie in allen Einrichtungen wird auch in den Natur- und Waldkindergärten die Elternarbeit und der Kontakt zu den Schulen groß geschrieben.

Regelmäßige Elternabende, Hausbesuche, Schulbesuche, Feste im jahreszeitlichen Rhythmus, Besuche von Post, Feuerwehr, Bahnhof, Kirche, Markt, Rathaus, Aquarium, Tierpark, Museum, Schule Försterei runden das Waldkindergartenjahr ab.

Das Konzept des Flensburger Waldkindergartens ist nachzulesen unter www.waldkindergarten.de

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(Autorin: Sylvia Wilke)

Webtipps

Webtipp Hintergrundinformationen zum Thema Waldkindergärten bieten die Websites der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Bundesverbands der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland.

www.waldkindi.net | Diese Website bietet eine Datenbank zur Suche von Waldkindergärten – nach Postleitzahl, Bundesland oder Name.

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