Inklusive Schule - Förderung von Kindern mit Behinderungen

In einer inklusiven Schule sind alle Kinder willkommen. Sie ist den Kinderrechten und den Rechten der Menschen mit Behinderungen verpflichtet, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention und der UN- Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung festgelegt sind.

Zum Beispiel Katrin: Die Achtjährige hat das so genannte Down-Syndrom und besucht eine inklusive Schule. Sie ist mit behinderten und nicht behinderten Kindern aufgewachsen. Die Kinder in ihrem Wohnumfeld waren alle in demselben Kindergarten und später auf der angeschlossenen Grundschule. Sie haben immer gemeinsam gespielt und gelernt. Katrin erhält Lehrbücher und andere Lernmaterialien in leichter Sprache und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler erklären ihr schwierige Texte und helfen auch bei den Übungsaufgaben. In den Sommerferien macht sie mit nicht behinderten Kindern aus der Schule einen Segelkurs.

Merkmale einer inklusiven Schule

  • In jeder Lerngruppe unterrichten eine Förderschullehrerin / ein Förderschullehrer und eine Lehrerin / ein Lehrer. Je nach Bedarf der Kinder werden pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Team mit einbezogen.
  • In den laufenden Schuljahren wird bei jedem Kind der Bedarf an individueller Förderung durch das Team ermittelt.
  • Die Klassen haben maximal 22 Schülerinnen und Schüler.
  • Im Primarbereich wird jahrgangsübergreifend gelernt. Die Jahrgangsklassen werden aufgelöst.
  • Ziffernoten und Klassenwiederholungen gibt es nicht. Bis einschließlich zum achten Jahrgang gibt es statt Ziffernnoten Lernberichte.
  • Alle Schülerinnen und Schüler beenden die Sekundarstufe I mit einem Abschluss, der die individuellen Kompetenzen dokumentiert.
  • Die Schule öffnet sich zum Stadtteil. Sie ist vernetzt mit außerschulischen Institutionen.

(Autorin: Sylvia Wilke)

Inklusive Schule in Niedersachen
Niedersachsen In Niedersachsen ist die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Schülerinnen und Schülern wird ein barrierefreier und gleichberechtigter Zugang zu den niedersächsischen Schulen ermöglicht. Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung erhalten ein Wahlrecht, ob ihr Kind die allgemeine Schule oder eine Förderschule besuchen soll.

Wie kann inklusiver Unterricht aussehen?
VerschiedenesAuf der Website der IGS Linden, Hannover, die 2009 mit dem Jakob-Muth-Preis für ihr herausragendes Engagement auf dem Weg zur inklusiven Schule ausgezeichnet wurde, schildern zwei Förderlehrerinnen ein gelungenes Beispiel.

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