Offener Kindergarten

In einem "Offenen Kindergarten" werden Kinder angeregt, schon früh aktiv ihre Umwelt zu gestalten. Egal ob Angebots- oder Freispielzeit: die Kinder entscheiden was, wo und wann sie spielen – und lernen dabei nach ihrem eigenen Tempo, Wissensstand und individuell geprägten Bedürfnissen.

Offenheit für die Bedürfnisse der Kinder
Dieses Konzept, das seit Ende der siebziger Jahre in der Vorschulerziehung immer beliebter wird, beruht auf den Arbeiten anerkannter Pädagogen wie Alexander Sutherland Neill und Jean Piaget. Es berücksichtigt vor allem die unterschiedlichen Entwicklungsbedürfnisse und die Eigenverantwortung der Kinder.

Dabei geht man davon aus, dass Erwachsene auf die Entwicklungspotenziale von Kindern vertrauen können: In Selbstbildungsprozessen, d.h. in selbst gewählten und geregelten Situationen, finden Kinder die besten Lernvoraussetzungen.

Offene Kindergartengruppen und Raumgestaltung

Durch eine Öffnung der Kindergartengruppen entsteht eine breitere Altersmischung in den frei gewählten Spielgruppen. Die Kinder haben die Möglichkeit ihre Aktivitäten (Spiele, Bewegung, Basteln, Malen, Projekte usw.) selbst zu wählen und sich damit zu beschäftigen. Dadurch soll die Konzentration und Aufmerksamkeit, die Spielfreude und das Engagement der Kinder erhöht und gleichzeitig Langeweile und Aggressionen gesenkt werden.

Die Kinder nutzen den gesamten Kindergarten als Spielbereich, denn jeder Raum hat seine eigene Funktion. Dadurch haben die Kinder größtmögliche Chancen, nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren.

Der Tagesablauf wird bestimmt durch den Wechsel zwischen Versammlungs-, Angebots- und Freispielzeit. Er bietet neben dem Raumprogramm Orientierung und Struktur. In der Freispielzeit, etwas 2/3 der Betreuungszeit, entscheiden die Kinder wo, was, mit wem und wann sie spielen wollen. Die Angebotszeit bietet unterstützende Begleitung, in der ein Kind sich von den Erwachsenen durch neue Impulse anregen lässt. Aber auch hier entscheiden die Kinder selbst, ob und wobei sie teilnehmen möchten.

Üben von demokratischen Formen

In Vollversammlungen oder anderen Runden lernen Kinder früh demokratische Beteiligungsformen kennen; und sie lernen sie einzuüben.

Der Offene Kindergarten ist für alle Kinder geeignet. Da die Erzieherinnen und Erzieher nicht an feste Programme und Pläne gebunden sind, können sie sich beispielsweise um Kinder kümmern, die eine besondere Zuwendung brauchen.

Gut informierte Eltern

Eine bestmögliche Entwicklung für das Kind kann nur in einer offenen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen, Erziehern und den Eltern gelingen. Elternarbeit, -information und -mitarbeit in unterschiedlichster Form sind deshalb ein wichtiger Teil dieses Konzepts.

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(Autorin: Sylvia Wilke)

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www.offener-kindergarten.de | Auf der Website des Ev. Kindergarten Schloss Ricklingen gibt es viele Infos zum Konzept "Offener Kindergarten" sowie Literatur- und Medientipps zum Thema.

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