Gut an(ge)kommen in Niedersachsen!? Ergebnisse und Impulse

18.10.2018 Hannover
Um Ergebnisse aus dem Projekt und Impulse für die kommunale Integration von Menschen mit Fluchthintergrund ging es in diesem Fachtag im Rahmen von "Gut ankommen in Niedersachsen!". Rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Kommunen und von freien Trägern waren der Einladung des Sozialministeriums gefolgt. Gemeinsam mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung gGmbH Mainz (ism) hat es ein interessantes Programm aus Vorträgen, Ergebnispräsentation aus der wissenschaftlichen Begleitung sowie Kleingruppenarbeit zusammengestellt.

Über Erziehungsstile und Erziehungskompetenzen in Familien mit Zuwanderungsgeschichte sprach Prof. Dr. Haci Halil Uslucan, Universität Duisburg-Essen. Dabei verwies er auf die Bedeutung von kultureller Prägung und Entwicklung und die damit einhergehende Wertigkeit von Kindern für die unterschiedlichen Erziehungsstile.

Prof. Dr. Gaby Straßburger von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin sprach in ihrem Vortrag über die Bedeutung von Sozialraumorientierung & Partizipation als Schlüssel für Integration.

Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung und Handreichung
Gut-ankommen-Handbuch_CoverNeben dem fachlichen Input für die teilnehmenden Jugendhilfeträger bei Fachtagungen ist das ism auch für die Evaluation des Landesprogramms und eine Handreichung zuständig. Dazu wurden die Projekt-Konzepte und eine schriftliche Befragung ausgewertet. Auch die Ergebnisse aus den bisherigen Fachtagen, aus einem Experten-Workshop und einem Eltern-Workshop sind mit eingeflossen. Dr. Sarah Schmenger und Dr. Rebecca Schmolke stellten die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Landesprogramms vor. Als Gelingensbedingungen für die Arbeit mit Familien mit Fluchthintergrund identifiziert werden:

  • Gestaltung von Zugängen durch aufsuchende / zugehende und niedrigschwellige Angebote
  • Einsatz von Mittler- und Vertrauenspersonen, insbesondere mit eigenem Migrationshintergrund, Einbezug von Migrantenselbstorganisationen
  • Nutzung von vertrauten Orten und Schaffung von "Ankerpunkten", z. B. Einrichtungen der Familienbildung und Kindertageseinrichtungen, Sprachangebote, die alltagsnah sind und auf Begegnung zielen
  • Koordination, Qualifizierung und professionelle Begleitung des ehrenamtlichen Engagements
  • Wissensvermittlung an neuzugewanderte Familien und Aufnahmegesellschaft
  • Einbeziehung der Familien mit Fluchthintergrund in die Angebotsgestaltung

Das Fazit von Heinz Müller, ism: Den Fokus auf den Ankommensprozess für beide Seiten (Flüchtlingsfamilien und Kommunen) zu legen, dafür ein strukturiertes Gestalten des Ankommens und kommunale Konzepte zu entwickeln, lohnt sich und erspart spätere "Aufräumarbeit". Jetzt müssten die Konzepte und Prozesse noch stärker in die Fläche getragen werden.

Die Handreichung zur Evaluation gibt über den Bericht und die Vorstellung der Projekte hinaus Hinweise auf die (zukünftige) Ausgestaltung der Arbeit mit Familien mit Fluchthintergrund, zu Gelingensbedingungen und Entwicklungsbedarfen und spricht Empfehlungen aus. Die Handreichung steht demnächst als Download zur Verfügung und kann als Druckversion bestellt werden bei Beate Helmke (beate.helmke@ms.niedersachsen.de).


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Präsentationen

Mehr zum Thema

  • www.worte-helfen-frauen.de Übersetzungsleistungen des Landes Niedersachsen für geflüchtete Frauen und Mädchen, die aufgrund von sexuellen Übergriffen, Gewalterfahrungen, kulturell bedingten Verstümmelungen oder ähnlichen traumatischen Erlebnissen eine Beratungsstelle aufsuchen wollen, beziehungsweise ein Gespräch in einer Schwangerenberatungsstelle benötigen.

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