Modellprojekte zur kommunalen Familienzeitpolitik vorgestellt

Beim Zukunftskongress der Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" kamen in Berlin Bündnisakteurinnen und Bündnisakteure aus ganz Deutschland sowie Vertreterinnen und Vertreter von Industrie- und Handelskammern, Arbeitsagenturen sowie Jobcentern, Unternehmen und Wohlfahrtsverbänden zusammen.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Initiative richteten sie gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesfamilienministeriums, Caren Marks, den Blick in die Zukunft unter dem Motto "Partnerschaft macht's möglich: Zeit für Familie und Beruf". Lokale Bündnisse für Familie arbeiten an Konzepten, die vor Ort Zeit für Familie und Beruf schaffen und somit Mütter und Väter bei einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung unterstützen können.

Lokale Bündnisse für Familie entwickeln auch Lösungen, die Zeitkonflikte von Eltern reduzieren. Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigen die Ergebnisse des Pilotprojekts "Kommunale Familienzeitpolitik", die beim Zukunftskongress vorgestellt wurden. Das Pilotprojekt, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wurde, macht deutlich: Familien geraten vor allem dann in Zeitstress, wenn die Kinder oder die Eltern krank werden oder wenn die Eltern ungeplant Überstunden machen müssen.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden an fünf Standorten insgesamt 2.224 Eltern mit Kindern unter 14 Jahren befragt. Dabei zeigte sich: Zeit ist ein sehr wichtiges Thema für Eltern. Hätten sie die Wahl, über mehr Geld oder mehr Zeit zu verfügen, würden sich fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) für mehr Zeit entscheiden. Nur für etwa jede dritte befragte Person (28 Prozent) wäre Geld wichtiger.

Bei dem Modellvorhaben haben Lokale Bündnisse für Familie an fünf strukturell unterschiedlichen Standorten in Deutschland daran gearbeitet, wie sich für Familien der Zeitstress verringern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und damit die Lebensqualität vor Ort verbessern lässt. Auf Grundlage von Befragungen und Diskussionen mit Familien, Verwaltung, Unternehmen, Verkehrsbetrieben, Vereinen und sozialen Trägern haben sie neue Lösungen entwickelt.

So ist beispielsweise im niedersächsischen Neu Wulmstorf eine Notfallbetreuung entstanden. In Herzogenrath hat das Lokale Bündnis erreicht, dass die Öffnungszeiten in Kitas ausgeweitet wurden. Und in Donau-Ries erstellte das Lokale Bündnis einen Zeitatlas, der die regional unterschiedlichen Zeitbelastungen von Familien analysiert und eine Grundlage für kommunale Lösungen bietet. Alle Ergebnisse zum Pilotprojekt "Kommunale Familienzeitpolitik" sind in einem neuen Leitfaden zusammengestellt.

Leitfaden für die Praxis
Kommunale-Zeitpolitik-fuer-FamilienAlle Ergebnisse zum Pilotprojekt "Kommunale Familienzeitpolitik" sind in einem neuen Leitfaden zusammengestellt. Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik und Wirtschaft vor Ort können gemeinsam viel tun, um auch Zeitkonflikte von Eltern zu mindern. Wie dies gelingen kann, zeigt der vorliegende Praxisleitfaden.

Er beschreibt die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Einführung kommunaler Familienzeitpolitik von der Erfassung der Ursachen für Zeitkonflikte von Familien bis hin zu Ansatzpunkten für konstruktive Lösungen. Der Leitfaden verallgemeinert Praxiserfahrungen und Erkenntnisse des Modellprojektes "Kommunale Zeitpolitik für Familien", das das Bundesfamilienministerium von 2012-2013 mit Lokalen Bündnissen für Familie an fünf Pilotstandorten Aachen, Herzogenrath, Donau-Ries, Neu Wulmstorf und im Saalekreis gefördert hat. Der Leitfaden richtet sich an kommunale Entscheidungsträger und Lokale Bündnisse für Familie, die im Zusammenschluss mit all denjenigen, die den Alltag von Familien beeinflussen, Zeitkonflikte reduzieren und damit die Lebensqualität von Familien verbessern wollen.


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Pressemitteilung des BMFSFJ vom 24.06.2014 unter www.bmfsfj.de

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.):
Kommunale Zeitpolitik für Familien. Ein Leitfaden für die Praxis: Familien unterstützen, Standorte sichern, Unternehmen fördern.
Berlin 2014

Bestellung und Download über den Publikationsservice des BMFSFJ.

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