Start in das neue Schuljahr: Kinderschutzbund Niedersachsen fordert Lernmittelfreiheit

Der Start des neuen Schuljahrs ist ein Termin, der für viele Familien einen finanziellen Albtraum darstellt. Bücher, Hefte, Materialien: Dafür zahlen Eltern in Niedersachsen laut einer Studie von 2017 im Schnitt zwischen 200 und 300 Euro. Gleichzeitig erhielten ärmere Familien dafür aber nur 100 Euro (Anm. d. R.: seit 1. August 2019 150 Euro) aus dem Bildungs- und Teilhabepaket.

Im Ergebnis werden bereits vor dem ersten Pausenklingeln Kinder und Jugendliche abgehängt. "Von Bildungsgerechtigkeit sind wir noch immer weit entfernt – ein unerträglicher Zustand, der endlich angepackt werden muss!", sagt Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des niedersächsischen Kinderschutzbundes.

Der Kinderschutzbund Niedersachsen fordert deshalb, alle Basis-Lernmaterialien wie Schulbücher, Arbeitshefte, Lektüren, Atlanten, etc. an allen Schulformen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Sonderbedarfe wie sie durch zunehmende Digitalisierung der Lernmethoden auftreten können, müssen berücksichtigt werden. Der Zugang zu Angeboten der Förderung muss für alle Kinder vorhanden sein. Dafür müssen die Schulen ausreichend ausgestattet sein – personell wie materiell. Der Markt für private Nachhilfe ist in den letzten Jahren stark angewachsen. Doch Förderung und Bildungserfolg dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen.

Bildung kostet und ist eine zunehmend große Belastung. Vielen Kindern und Jugendlichen wird das Recht auf Bildung und Teilhabe verwehrt, da durch das niedrige Einkommen der Eltern oder durch die Abhängigkeit von unzureichenden Sozialleistungen die hohen Bildungskosten nicht aufgebracht werden können. Laut einer Studie von 2017 liegen in allen Jahrgangsstufen und über alle Schulformen hinweg die Bildungskosten der Eltern deutlich über dem vom Bildungs- und Teilhabepaket abgedeckten Schulbedarf von 100 Euro (Anm. d. R.: seit 1. August 2019 150 Euro): Je nach Schulform und Jahrgangsstufe zwischen 208,06 und knapp 350 Euro. Komplizierte Antragsverfahren für Zuwendungen aus verschiedenen Töpfen erschweren häufig zusätzlich einen guten Start für Kinder aus Familien mit finanziell angespannten Lebenssituationen.

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Deutscher Kinderschutzbund Niedersachsen e.V., 13.08.2019

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