Gut ankommen in Niedersachsen - Richtlinie

Mit dem Projekt "Gut ankommen in Niedersachsen!" stellt die Landesregierung in Ergänzung und Anlehnung an die RL Familienförderung zusätzliche Fördergelder zur Verfügung. Damit können Projekte gefördert werden, die speziell auf die erste Phase des Ankommens von Familien in Niedersachsen und auf Familien in besonderen Notlagen oder Lebenssituationen zugeschnitten sind. Das können z.B. Familien sein
  • für die der Übergang aus einer Erstaufnahmeeinrichtung in ein Wohnheim oder ein eine Wohnung Orientierungslosigkeit bedeutet,
  • in denen einzelne Familienmitglieder unter Erkrankungen oder traumatischen Erfahrungen leiden und der Familienverbund entlastet werden muss,
  • die Unterstützung in der Begleitung ihrer Kinder in Fragen der frühkindlichen oder schulischen Bildung benötigen.

Dabei sollten die Erfahrungen zu den Gelingensbedingungen aus dem Projekt "EFi - Elternarbeit, Frühe Hilfen, Migrationsfamilien" genutzt werden. (siehe EFi-Handbuch, S. 23 ff) Gelingensfaktoren waren hier beispielsweise

  • Zugänge gestalten durch persönliche Ansprache und Beteiligung,
  • Zusammenarbeit mit Schlüsselpersonen,
  • Einsatz von Multiplikatoren mit niedrigschwelligen Angeboten als Türöffner,
  • Vernetzung und Kooperation
  • Planung und Gesamtverantwortung des öffentlichen Jugendhilfeträgers, kommunale Verankerung u.a.

Bei der Projektplanung berücksichtigt werden sollten auch die Inhalte aus dem Beschluss der JFMK 2015 (TOP 4.3), insbesondere

  • Verbesserung der regionalen Vernetzung und Kommunikation zwischen der Kommune, Flüchtlingsunterkünften und örtlichen Verbänden und Einrichtungen, insbesondere Familien-, Jugend- und Sportinstitutionen, Migrantenorganisationen, Kirchen, Beratungsstellen, Schulen und Kindertagesstätten
  • Möglichkeiten der Nutzung der sozialen und kulturellen Infrastruktur durch Flüchtlingsfamilien
  • Unterstützungsmöglichkeiten für Flüchtlingsfamilien durch familienfördernde, familienbildende, sozialpräventive sowie gewaltpräventive Maßnahmen und Angebote der Familienbildung vor Ort
  • Unterstützungsmöglichkeiten für begleitete minderjährige Flüchtlinge durch Angebote der Kinder- und Jugendhilfe
  • Etablierung einer Willkommenskultur, inklusive Patenschaften, Integrationslotsinnen und -lotsen, Sprach- und Kulturmittlerinnen und -mittlern

Antragsberechtigt sind die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen. Der Zuwendungsempfänger kann die Mittel an Dritte weiterleiten. Die Projekte können dadurch auch von Kommunen, die nicht Jugendhilfeträger sind, sowie von Vereinen und Verbänden durchgeführt werden, sofern der örtliche Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe diese Projekte vorschlägt und beantragt.

Die Einbindung des Projekts in das zielorientierte Handlungskonzept nach der Richtlinie Familienförderung kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Förderung 2017/2018
Für die Fortsetzung der Förderung von Gut-ankommen-Projekten in 2017 und 2018 sieht der Haushaltsplanentwurf (vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags) jeweils 1.395.000 Euro vor - 25.000 Euro pro Jugendhilfeträger/Jahr. Antragsfrist ist der 30. September 2017. Das Antragsverfahren richtet sich nach der Richtlinie Familienförderung.

Ansprechpartnerin im Niedersächsischen Sozialministerium

Für Rückfragen zur Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung wenden Sie sich bitte an:

Beate Helmke (Referat 304 - Familienpolitik)
T 0511 / 120 30 12
beate.helmke@ms.niedersachsen.de

Kontakt Bewilligungsbehörde

Weitere Auskünfte zum Antragsverfahren erhalten Sie von den dortigen Ansprechpartnern/-innen:

Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
Team 3 SL1
Domhof 1
31134 Hildesheim
T 05121 / 3 04-0
www.soziales.niedersachsen.de

Praxisbegleitung durch das ism

Vorgesehen ist auch eine Praxisbegleitung durch das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz (ism), um auf die Erkenntnisse aus dem EFi-Projekt aufbauen zu können. Bei Bedarf kann die Konzeptentwicklung vor Ort durch das ism begleitet werden. Dies ist bei einer Antragsstellung gegebenenfalls zu berücksichtigen - zusätzliche Mittel stehen dafür nicht zur Verfügung.

Ansprechpartnerin ism
Sarah Schmenger
T 06131 / 240 41 12