Niedersächsischer KinderHabenRechtePreis 2021 verliehen


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"Ich kenne meine Rechte" – unter diesem Motto stand in diesem Jahr der gemeinsame KinderHabenRechtePreis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen. Sozialministerin Daniela Behrens, Schirmherrin des Preises, hat am 10. Juli 2021 die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung an Vertreterinnen und Vertreter von drei Pionierprojekten überreicht. Mit dem Preis werden jährlich pädagogische Einrichtungen, Organisationen und Vereine sowie Kitas und Schulen ausgezeichnet, die sich besonders um Kinderrechte verdient machen. In diesem Jahr konnten zum ersten Mal Kinder und Jugendliche auch direkt Beiträge einreichen, die in einer Sonderkategorie ausgezeichnet wurden.

Bei der Preisverleihung im Zelt des Kinderzirkus Giovanni in Wettbergen lobte Schirmherrin Daniela Behrens: "Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Projekte zum Thema Kinderrechte es in Niedersachsen gibt. Bei so vielen tollen Einsendungen war die Arbeit der Jury nicht einfach. Die große Bandbreite zeigt beispielhaft, wie das Thema Kinderrechte im Alltag mit Leben gefüllt werden kann."

Der Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes Niedersachsen, Johannes Schmidt, hob hervor: "Wir danken allen, die sich für die Kinderrechte ganz konkret stark machen – gerade in Zeiten der Corona-Krise. Auf der politischen Ebene werden wir uns weiterhin für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz einsetzen."

Die Preisverleihung in Hannover wurde begleitet durch ein buntes Rahmenprogramm des Kinderzirkus Giovanni.

Die Preisträger 2021:

Der Kinderschutzbund Papenburg-Aschendorf (3.000 Euro)
Kategorie: Bekanntmachung der Kinderrechte

Dazu die Jury: Wir sehen hier einen dauerhaften und nachhaltigen Einsatz, quasi ein Langzeitprojekt, das große öffentliche Aufmerksamkeit für Kinderrechte erzielt. Seit über zehn Jahren wird in Papenburg der Weltkindertag zum Anlass genommen, die Kinderrechte ins Rampenlicht zu rücken. Zum 30 Jahrestag ist ein Projekt auf den Weg gebracht worden, das ihnen eine noch größere Bühne verschafft: Jede Schule hat mitgewirkt und Produkte über Kinderrechte erarbeitet – bis hin zu einem gemeinsamen Film auf YouTube, der sicherlich viele junge Menschen erreicht. Damit sich noch mehr Menschen über Kinderrechte austauschen gibt es zusätzlich eine vierwöchige Plakatausstellung in einer außergewöhnlichen Außengalerie im Herzen der Stadt, dem Hauptkanal. Das fällt jedem/jeder auf, wird für viel Gesprächsstoff sorgen und somit verankern sich die Kinderrechte fest im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger!

Natürlich sind auch diese Werke von Schülerinnen und Schülern gestaltet worden. Wir gratulieren dem Kinderschutzbund Papenburg und dem Netzwerk aus den Schulen, der Kunstschule Zinnober und dem Papenburg Marketing, die tatkräftige Unterstützung geleistet haben, zum KinderHabenRechtePreis.

Klasse 7a der Peter Ustinov Schule Hannover (3.000 Euro)
Kategorie: Corona-Krise und Kinderrechte

Dazu die Jury: Junge Menschen standen und stehen in der Corona-Krise vor ganz besonderen Herausforderungen, gerade ihre Rechte und Bedürfnisse sind enorm eingeengt worden. In dieser Zeit des Distanzlernens hat sich die Klasse 7a zusammen mit ihrer Lehrerin Claudia Wissmann mit der UN-Kinderrechtskonvention beschäftigt und etwas ganz Besonders mit viel Herz und persönlichem Einsatz erfunden und sogar designt.

Sehr kreativ und pädagogisch wirksam haben sie sich zunächst einmal die Inhalte zu eigen gemacht. Die sehr sachlich und abstrakt formulierten Texte sind von den Schülerinnen und Schülern in ihre eigene Sprache "übersetzt" worden. Persönliche Erfahrungen wurden mit den jeweiligen Rechten verbunden. Es wird dabei berichtet, was sie erlebt haben und was dies mit Kinderrechten zu tun hat. So wird die Theorie regelrecht lebendig gemacht. Die Kinderrechte sind mit selbst angefertigten Zeichnungen illustriert worden, die Bilder helfen bei den Diskussionen. Schritt für Schritt entsteht die Idee, ein Memoryspiel aus den kreativen Beiträgen zu entwickeln. Memory kennt jeder/jede und es kann digital aus dem Homeschooling und natürlich auch analog im Präsenzunterricht gespielt werden.

Es vermittelt mehr als nur Wissen, denn auf entspannte Art können die Jugendlichen miteinander reflektieren, was Kinderrechte in ihrem Lebensalltag konkret bedeuten. Die Kombination einer haptischen Variante und eines Onlinespiels ist modern, macht Lust aufs Ausprobieren und regt hoffentlich viele zum Nachahmen an. Wir sind sehr beeindruckt von dieser Entwicklung in der schwierigen Corona-Krise und von einem wahrhaft einprägsamen Ergebnis.

Bund der Pfadfinder (BdP) Stamm Rotmilan Bruchhausen – Vilsen (3.000 Euro)
Sonderkategorie: Kinder und Jugendliche exklusiv

Dazu die Jury: Die Pfadfinderbewegung gehört zu den fest etablierten Jugendverbänden mit einer über hundertjährigen Tradition und gewachsenen Strukturen. Zigtausend Kinder und Jugendliche ab sieben Jahren verbringen ihre Freizeit in den Gruppen ihres Stammes, erkunden ihre Umwelt, erleben sich miteinander, lernen von und untereinander in Gemeinschaft zu leben. Hier werden Strukturen und Werte erprobt und kultiviert, die für das Erwachsenenleben mitentscheidend wirken. Der Stamm Rotmilan in Bruchhausen – Vilsen ist sich dessen bewusst und möchte gezielt daran arbeiten, Demokratie zu üben und zu fördern. Die Idee: Die Mitglieder haben sich mit den Kinderrechten auseinandergesetzt um aus sich heraus mehr Mit- und Selbstbestimmung in ihrem Pfadfinderalltag zu entwickeln. Sie reflektieren die Beteiligungsmöglichkeiten in den Gruppenstunden und in den internen Strukturen des Verbandes, denn Partizipation fördert Demokratie!

Gearbeitet wird mit allen Altersstufen an diesem Projekt. Vor allem die Jüngsten sollen von Anfang an ihre Rechte kennen und leben, dadurch wird eine nachhaltige Grundlage für ein demokratisches Miteinander gelegt. Partizipation braucht Zeit, Bereitschaft und Offenheit für Veränderung. Die Jury würdigt auch ausdrücklich das großartige ehrenamtliche Engagement und wünscht allen Beteiligten weiterhin Erfolg und Zusammenhalt im Projekt "Knowhow mit Abenteuer".

In der Jury 2021 waren: Ingrid Wahner-Liesecke (Niedersächsisches Sozialministerium), Sylvia Fiedler (Kinderfreundliche Kommune und eh. Kinderbeauftragte in Salzgitter), Justus Scheper (Niedersächsischer Landesschülerrat) und Johannes Schmidt (Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen)

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Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Sozialministerium und Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen, 10.07.2021

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