Sozialministerin Carola Reimann besucht Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz

10. August 2018


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Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann hat das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke besucht und den anwesenden Fachkräften und ehrenamtlich Aktiven für ihren außergewöhnlichen Einsatz gedankt.

Hier werde Pionierarbeit für die Kinder- und Jugendhospizarbeit in Niedersachsen geleistet, sagte die Ministerin: "Ich bin beeindruckt, mit welch hoher Motivation, unermüdlichem Einsatz und außerordentlichem Engagement sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die schwerstkranken Kinder und Jugendlichen betreuen und pflegen. Durch das Kinder- und Jugendhospiz erfahren Familien Entlastung von ihrem Lebensalltag, der sie rund um die Uhr fordert."

Fachkräftemangel als zentrales Thema

Gaby Letzing, Leiterin des Kinderhospizes, wies im Gespräch mit der Ministerin auf den gravierenden Fachkräftemangel in der Kinderkrankenpflege hin: "Wir können schon jetzt vier unserer 16 Plätze im Kinder- und Jugendhospiz nicht belegen, da wir nicht genügend Pflegefachkräfte finden. Daher müssen wir leider Familien abweisen und sie auf eine Warteliste setzen. Unsere Sorge ist, dass sich dieses Problem in den kommenden Jahren deutlich verschärfen wird."

Sozialministerin Reimann betonte, dass das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege von der Landesregierung sehr ernst genommen werde. Sie setze auf die konzertierte Aktion auf Bundesebene, um Pflege insgesamt attraktiver zu machen. Dabei werde es in den Arbeitsgemeinschaften, an denen sich auch Niedersachsen beteiligt, um bessere Bezahlung, verbesserte Arbeitsbedingungen und verstärkte Initiativen zur Ausbildung gehen.

In Niedersachsen ist bereits die Schulgeld-Freiheit in der Pflegeausbildung gesetzlich verankert. Mit der Niedersächsischen Pflegekammer erhalten Pflegekräfte zudem eine stärkere Stimme gegenüber der Politik und anderen Berufsgruppen im Gesundheits- und Pflegebereich. Dr. Reimann: "Wir müssen die Rahmenbedingungen in der Pflege generell verbessern, um auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte für diese abwechslungsreiche und gesellschaftlich so wichtige Tätigkeit gewinnen zu können."

Kinder- und Jugendhospiz entlastet Familien

Im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen (Landkreis Diepholz) können jährlich bis zu 250 Familien mit unheilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen zu Gast sein. Sie werden für bis zu vier Wochen im Jahr aufgenommen. Beide Häuser haben jeweils acht Pflegezimmer sowie Zimmer für Eltern und Geschwister.

Die schwerstkranken Gäste werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr liebevoll versorgt, während sich ihre Familien erholen können. Das Kinder- und Jugendhospiz ist das erste in Niedersachsen und Bremen und wird zu einem Drittel durch Spenden finanziert. Daneben bietet Löwenherz mit seinen ambulanten Kinderhospizdiensten in Bremen und Braunschweig Familien mit erkrankten Kindern Begleitung und Unterstützung an. Der Stützpunkt in Brauschweig kooperiert zugleich mit Vereinen aus der Region und vermittelt bei Anfragen Familien mit unheilbar erkrankten Kindern an den nächst gelegenen Dienst. In Niedersachsen arbeitet Löwenherz mit insgesamt 24 Hospizvereinen zusammen und bildet Ehrenamtliche in Kinderhospizarbeit aus.

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Quellen:

Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 1. August 2018
www.ms.niedersachsen.de

Pressemitteilung Kinderhospiz Löwenherz vom 2. August 2018
www.kinderhospiz-loewenherz.de

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