Erfolgreiche Bilanz von "positive kids": Interkulturelles Gesundheitsprojekt der Aidshilfe Niedersachsen setzt Standards

positive-kids_LogoDie Aidshilfe Niedersachsen (AHN) hat erneut innovative Wege in der zielgruppenspezifischen Gesundheits- und Präventionsarbeit eingeschlagen: Mit Unterstützung des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums und der Michael Stich Stiftung ging im Frühjahr 2015 das Modellprojekt "positive kids" an den Start. Auf der Grundlage des AHN-Netzwerks "Aids, Kinder und Familie" wurden in den folgenden drei Jahren niedrigschwellige Beratungs- und Veranstaltungsformate für Migrantinnen, Migranten und Geflüchtete entwickelt. Ziel war es, vor allem Mütter und Schwangere dabei zu unterstützen, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden und unser Gesundheits- und Hilfesystem selbstbestimmt für sich und ihre Kinder zu nutzen.

Neben Einzelberatungen sowie Fortbildungen für medizinische und pädagogische Fachkräfte konzentrierte sich die Projektarbeit darauf, "Interkulturelle Familiengesundheitstage" zu etablieren: Frauen und Mädchen, Männer und Jungen können sich getrennt voneinander in geschützten Räumen mit interkulturell geschulten Fachkräften über alle gesundheitlichen Fragen und Tabu-Themen austauschen, sich mehrsprachig und umfassend informieren. Die Kinder werden professionell betreut. Zum Abschluss kommen alle zusammen, um gemeinsam zu essen. Die Finanzierung von positive kids läuft zum 30. April 2018 aus. In einer Abschlussveranstaltung am 23. April hat die AHN gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern eine positive Bilanz gezogen und den Blick nach vorn gerichtet:

Interkulturelle Familiengesundheitstage sind der Renner

"In Niedersachsen ist die Teilhabe von migrierten und geflüchteten Kindern und Jugendlichen am Gesundheitssystem dank der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in den regionalen Aidshilfen, Wohlfahrtsverbänden, weiteren Nicht-Regierungs-Organisationen und Kommunen wieder ein Stück mehr verbessert worden", lobte AHN-Geschäftsführerin Imke Schmieta vor Kooperationspartnerinnen aus Politik, Kommunen und Verbänden, die der Einladung zur "Finissage" von positive kids nach Hannover gefolgt waren. Mit den Interkulturellen Familiengesundheitstagen werde eine Brücke geschlagen zwischen Geflüchteten, den Aidshilfen und anderen Institutionen, die in der Prävention und in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.

Gemeinsam ist eine Menge erreicht worden: Allein die in sechs niedersächsischen Kommunen ausgerichteten Interkulturellen Familiengesundheitstage haben ca. 140 Familien, 55 alleinstehende Frauen und 15 Männer sowie zahlreiche Kinder und Jugendliche aus mehr als 20 Nationen besucht. Weitere Anfragen konnten aufgrund des nahenden Projektendes nicht bearbeitet werden. "Wir ermutigen alle Aidshilfen, Städte, Gemeinden und Landkreise, das bewährte Erfolgskonzept nun selbst zu erproben und die Idee von positive kids weiterzutragen", betonte AHN-Geschäftsführerin Imke Schmieta. Dafür stellte die AHN im auf www.positive-network.de Informationsmaterial zur Verfügung.

Nachhaltige Wirkung – hoher informationsbedarf

"Wir sind stolz darauf, wie nachhaltig die Interkulturellen Familiengesundheitstage wirken: Überall dort, wo sie angeboten wurden, haben sich eine Reihe von interkulturellen Selbsthilfegruppen und Netzwerken gegründet", berichtet positive kids-Landeskoordinatorin Ingrid Mumm. Die ersten niedersächsischen Kommunen, darunter die Landkreise Goslar und Celle, haben das Konzept bereits übernommen – das gilt auch für Aidshilfen in Brandenburg, Hamburg, Heidelberg und Wuppertal.

Das Modellprojekt hat auch gezeigt, dass viele Hebammen, Ärzte und Ärztinnen, medizinische und pädagogische Fachkräfte großes Interesse daran haben, sich durch Fortbildungen fit zu machen für eine kultursensible Beratung und Begleitung von migrierten und geflüchteten Müttern und Frauen. Diese spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit in Familien mit Migrationshintergrund, waren aber bisher nur schwer zu erreichen: Sie besuchen in der Regel keine öffentlichen Informationsveranstaltungen, sondern treffen und informieren sich im privaten Kreis oder innerhalb der Community – mittlerweile auch während der Interkulturellen Familiengesundheitstage in ihrer Stadt oder Gemeinde.

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Pressemitteilung Aidshilfe Niedersachsen, 24.04.2018

Mehr Informationen auf www.positive-network.de und im Projektbericht.

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