Zweiter Niedersächsischer Kinderschutzkongress


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Mehr als 200 Fachkräfte aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe haben sich am 11. Juni 2018 beim zweiten Niedersächsischen Kinderschutzkongress in Hannover mit den aktuellen Herausforderungen im Kinderschutz auseinandergesetzt. Begrüßt wurden Sie von Staatssekretär Heiger Scholz, der Sozialministerin Carola Reimann vertrat.

"Die Komplexität der Fragestellungen im Kinderschutz ist enorm. Bedingt durch die gesellschaftliche Entwicklung unterliegt das Arbeits- und Forschungsfeld einer starken Dynamik, der wir uns stellen müssen", so Niedersachsens Kinder- und Jugendministerin Carola Reimann anlässlich des Kongresses, zu dem aus allen Landesteilen Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist waren. "Wir dürfen nicht nachlassen, zum Schutz und Wohl von Kindern unsere Aktivitäten weiter auszubauen. Kinder sind unsere Zukunft, und sie sollen eine möglichst sorgenfreie Kindheit haben".

Kernthemen der Veranstaltung waren Migration, Traumabegleitung, Kinderschutz im ländlichen Raum, inklusive Bildung und Teilhabe sowie Kinder von suchtkranken Eltern.

Nach Einschätzung von Johannes Schmidt, Vorsitzender des Niedersächsischen Kinderschutzbundes steht der Kinderschutz vor riesigen Herausforderungen: "Darum ist der Kinderschutzkongress eine wichtige Plattform. Fachkräfte, die täglich für das gute Aufwachsen von Kindern arbeiten, finden hier fachlichen Austausch und Perspektiven für ihre Arbeit - über die Wahrnehmung des einzelnen Kindes bis zum Blick in den Sozialraum, also in die konkrete Lebenswirklichkeit unserer Kinder in Stadt und Land."

Zusätzlichen Kinderschutz-Zentren und Beratungsstellen
Zur weiteren Stärkung des Kinderschutzes investiert das Land in zusätzliche Kinderschutz-Einrichtungen. Seit 2018 übernimmt das bereits bestehende Kinderschutz-Zentrum Osnabrück nun auch überregionale Aufgaben im südlichen Weser-Ems-Bereich. Mit Start zum 1. April 2018 hat das neu gegründete Kinderschutz-Zentrum Nordostniedersachsen mit Standorten in Lüneburg und Stade seinen Betrieb aufgenommen.

"Ich freue mich sehr, dass die wichtige Arbeit im Kinderschutz in Niedersachsen seit diesem Jahr von zwei zusätzlichen Kinderschutz-Zentren und weiteren Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche unterstützt wird. Mit der Schubkraft von jetzt vier Kinderschutz-Zentren und künftig 22 Beratungsstellen wird es gelingen, den Kinderschutz im Flächenland Niedersachsen landesweit noch besser in die Regionen zu tragen", so Dr. Carola Reimann.

Zum Jahresbeginn 2018 hat Phoenix eine Beratungsstelle in Göttingen eröffnet. Eine weitere Beratungsstelle im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wird voraussichtlich zum 3. Quartal in diesem Jahr unter der Trägerschaft des SOS-Kinderdorfes Worpswede ihre Tätigkeit aufnehmen.

Mit Landesmitteln werden u.a. diese Institutionen und Projekte in Niedersachsen mit mehr als 1,7 Mio. Euro gefördert:

  • Kinderschutz-Zentren in Hannover, Oldenburg, Nordostniedersachsen: je 220.000 Euro in diesem Jahr; Kinderschutz-Zentrum Osnabrück: 100.000 Euro in diesem Jahr
  • 22 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: insgesamt 665.000 Euro in diesem Jahr
  • Kinderschutzambulanz an der MHH: 150.000 Euro in diesem Jahr
  • Rechte für Mädchen und Jungen in Einrichtungen (Projekt des DKSB): 45.000 in diesem Jahr
  • Berufsbegleitende Weiterbildungskurse zur Kinderschutzfachkraft: 53.000 Euro in diesem Jahr
  • Fortbildungsoffensive mit dem Schwerpunkt Zugänge zu geschlossenen Familiensystemen: 20.000 Euro in diesem Jahr
  • Modellprojekt Zentralen Frühe Hilfen (auf Initiative der Stiftung "Eine Chance für Kinder"): seit Ende 2016 für den Zeitraum von drei Jahren mit jährlich 150.000 Euro

Aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen stehen außerdem für den Einsatz von Familienhebammen jährlich ca. 1,3 Mio. Euro zur Verfügung.

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Aktuelle Informationen zum Kinderschutz, Arbeitshilfen, Informationsmaterialien, Veranstaltungshinweise sind im Internetportal /www.kinderschutz-niedersachsen.de nachzulesen.

Quelle: Pressemeldung Niedersächsisches Sozialministerium, 11.06.2018

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