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Koordinierung der Erziehungslotsinnen und Erziehungslotsen

Welche Voraussetzungen müssen Interessierte mitbringen, um Erziehungslotsen zu werden? Von wem werden die ausgebildeten Erziehungslotsen vermittelt? Welche Rolle spielen die Familien- und Kinderservicebüros in diesem Projekt? Lesen Sie hier einen Bericht aus zwei Familien- und Kinderservicebüros.

"Ich bin ein Transportmittel", sagt Renate Schenk und schmunzelt. Die Diplompädagogin arbeitet als Koordinatorin für das Erziehungslotsenprojekt in Hildesheim. "Zuerst transportiere ich Interessentinnen und Interessenten für die Erziehungslotsentätigkeit zu den Kursen." Wer Erziehungslotse werden will, muss sich bewerben. Renate Schenk, Mitarbeiterin der katholischen Familienbildungsstätte, führt die Auswahlgespräche mit den Frauen und Männern, die die dreimonatige, rund 40-stündige Erziehungslotsen-Qualifizierung absolvieren wollen. Die Kandidaten müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, mindestens einen Hauptschulabschluss haben und sowohl physisch als auch psychisch stabil sein. "Ich habe auch schon Interessenten ablehnen müssen", sagt Schenk. "Wer beispielsweise zu missionarisch an den ‚Job´ rangeht oder nur teilweise an der Fortbildung teilnehmen kann, ist nicht geeignet."

Dann "transportiert" die Koordinatorin Dozentinnen und Referenten in den Kurs: Fachleute zum Thema "Ehrenamt", "Entwicklungspsychologie", "Rechtsfragen" und "Konfliktmanagement" schulen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und ganz zum Schluss kommt der Transport in die Praxis. In Hildesheim wird der Einsatz der Erziehungslotsen vom städtischen Familienbüro organisiert, Schenk knüpft die Kontakte zu dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Ähnlich arbeitet ihre Kollegin Kirsten Witte, Erziehungslotsen-Projektleiterin in Wilhelmshaven. Das dortige Familien- und Kinderservicebüro befindet sich in Trägerschaft der Evangelischen Familienbildungsstätte Friesland-Wilhelmshaven, deren pädagogische Mitarbeiterin Witte ist. So sind die Wege kurz. Gemeinsam mit den Servicebüro-Mitarbeiterinnen kümmert sich Witte um die Erziehungslotsen im Praxiseinsatz.

"Die verantwortungsvolle Arbeit einer Lotsin bewegt sich im Grenzgebiet von ehrenamtlicher Hilfe und fachlicher Intervention in ein krisenhaftes Familiensystem. Wir geben ihnen dabei Rückhalt und Sicherheit", sagt die Projektleiterin. In Hildesheim haben bisher 37 Frauen und zwei Männer den ersten Ausbildungsgang absolviert, in Wilhelmshaven stehen 28 Lotsinnen und ein Lotse bereit, weitere Qualifizierungen folgen an beiden Orten. "Damit die Familien, die sich einen Einsatz von Erziehungslotsen wünschen, von uns erfahren, muss das Projekt jetzt bekannt werden. Dazu brauchen wir eine gute Öffentlichkeitsarbeit", geben die beiden Koordinatorinnen Ausblick auf ihre nächsten "Transportschritte".

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