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Projekt Erziehungslotsen aus Sicht des Jugendamtes Wilhelmshaven

Wie das Projekt Erziehungslotsen vom Jugendamt Wilhelmshaven angenommen wurde und wie die Zusammenarbeit funktioniert erläutert Carsten Feist, Leiter des Jugendamtes. Am Anfang sei das Projekt sehr kritisch in Wilhelmshaven diskutiert worden, so Carsten Feist. Doch jetzt sieht er es als einen wesentlichen Baustein in der Unterstützung für Familien.

Carsten Feist"Das Erziehungslotsenprojekt wurde anfangs in Wilhelmshaven sehr kritisch diskutiert", sagt Carsten Feist, Leiter des Jugendamtes Wilhelmshaven. "Doch dann wurde klar: Es passt in die Hilfesituation für Familien in unserer Stadt." Erziehungslotsen könnten Familien unterstützen, die grundsätzlich über Erziehungskompetenz verfügten, sich aber momentan in einer Belastungs- oder Krisensituation befänden, beschreibt Feist seine Sicht des neuen Projektes.

Krisenauslöser seien beispielsweise Arbeitslosigkeit, Scheidungssituationen oder Erziehungsschwierigkeiten. "Die Eltern trennen sich und die Mutter hat plötzlich viele Katastrophen auf einmal zu bewältigen.

Diese Familie braucht nicht immer gleich sozialpädagogische Familienhilfe, sondern vielleicht nur eine Erziehungslotsin, die ihr mit Lebenserfahrung zur Seite steht." Die Erziehungslotsen würden begleitet, das erleichtere ihnen die Einschätzung, wann eine Familie die Hilfe von Fachkräften benötige, so Feist.

In Wilhelmshaven betreut das Kinder- und Familienservicebüro die Erziehungslotsen bei ihrem Praxiseinsatz. Es wird von der Stadt in Kooperation mit der Evangelischen Familienbildungsstätte Friesland-Wilhelmshaven betrieben. "Die fachliche und juristische Grenze zwischen ehrenamtlicher Hilfe und dem Fachkräfteeinsatz wird im Sozialgesetzbuch von Paragraph 8a zur ‚Kindeswohl-Gefährdung´ markiert", weiß der Jugendamtsleiter. "Durch ihre Qualifizierung kennen die Erziehungslotsinnen und -lotsen diese rechtliche Grundlage und ihre praktischen Auswirkungen."

Er hat bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine "hohe Akzeptanz der Erziehungslotsen" festgestellt. Es gebe Familienkonstellationen, bei denen sowohl der Einsatz von Erziehungslotsen, als auch die Hilfe sozialpädagogischer Fachkräfte sinnvoll sei, hat Feist erfahren.

Genug Hilfe für Familien könne es gar nicht geben, meint er und prognostiziert einen steigenden Bedarf an Maßnahmen zur Stärkung der Erziehungskompetenz. "Familiäre und nachbarschaftliche Netzwerke brechen zunehmend weg, die Belastung der Familien durch Mobilitätsanforderungen, Trennungssituationen oder Patchworkstrukturen steigt." In dieser Situation seien Erziehungslotsen ein "Mosaikstein im Kanon neuer Betreuungsformen, mit denen die Gesellschaft auf die zunehmenden Nöte in den Familien antworten muss", betont Feist.

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