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Das Erziehungslotsen-Projekt in der Stadt Hildesheim

v.l. Gabriele Bonnacker-Prinz und Birgit Preussler-Riebau "Kooperieren statt konkurrieren", "Ressourcen bündeln" und "gegenseitige Beratungskompetenzen nutzen" waren die Schlüsselworte für Birgit Preussler-Riebau und Gabriele Bonnacker-Prinz. Die evangelische und die katholische Familienbildungsstätte in Hildesheim bilden gemeinsam Erziehungslotsen aus. Ungewöhnlich, aber nicht einmalig in Niedersachsen. Auch in Osnabrück und Salzgitter kooperieren die beiden Konfessionen bei der Erziehungslotsenqualifizierung.

"Das Erziehungslotsenprojekt ist eine moderne und zeitgemäße Form der Nachbarschaftshilfe", charakterisiert Bonnacker-Prinz die 2008 gestartete Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit. "Modern, denn wir verlangen und bieten eine Ausbildung für eine soziale Tätigkeit, die nach Meinung mancher nur ein bisschen Lebenserfahrung und eine Portion gesunden Menschenverstand erfordert", sagt die Leiterin der Familienbildungsstätte der Katholischen Erwachsenenbildung. "Zeitgemäß, denn die Selbstreflektion ist das A und O der Qualifizierung", betont Preussler-Riebau, Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte.

Auch nach der Ausbildung, denn die fertigen Erziehungslotsen treffen sich einmal im Vierteljahr, um miteinander über ihre Arbeit in den Familien zu sprechen. "Intervision" heißt diese Form der gegenseitigen Hilfe und Beratung unter der Leitung der Ausbildungskoordinatorin. So wird sichergestellt, dass die Erziehungslotsin die Familie sicher durch die Untiefen einer momentanen Krise steuert. "Eine Familie, die Hilfe sucht, bringt auch den Mut auf, jemanden in ihr privates Umfeld hineinzulassen", sagen die beiden Leiterinnen übereinstimmend. "Wir wollen, dass sie darauf vertrauen können, qualifizierte Hilfe zu bekommen."

Das Familienbüro der Stadt Hildesheim hat sich gemeinsam mit den Erziehungslotsinnen und -lotsen anfang 2011 in ein begleitetes Coaching begeben. Die Ergebnisse liegen nun in Form einer Handreichung für Erziehungslotsen vor. Diese zeigt Möglichkeiten für Gesprächsinhalte und -verläufe auf, gibt einige prägnante Hintergrundinformationen im Einsatzverlauf und stellt Dokumentenvorlagen zur Verfügung. Die Handreichung ist als Orientierung und Unterstützung gedacht und selbstverständlich nicht verpflichtend.

Bei ihrem Besuch in den Familien übergeben die Hildesheimer Erziehungslotsinnen und -lotsen einen umfangreichen Elternbegleitordner. Dieser soll Mütter und Väter im ersten Jahr nach der Geburt mit Informationen rund um den Alltag unterstützen. Mit dem Projekt "Willkommen im Leben - Willkommen in Hildesheim" will die Stadt einen weiteren Baustein zum präventiven Kinderschutz leisten. Mehr Informationen dazu hier.

Seit September 2010 arbeiten die Hildesheimer Erziehungslotsinnen und -lotsen außerdem in einer vernetzten Kooperation eng mit den Integrationslotsinnen und -lotsen der Stadt zusammen. Mehr Informationen dazu hier.

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