Unterhaltsvorschuss

Für das minderjährige Kind muss der unterhaltspflichtige Elternteil Unterhalt zahlen. Kann dieser Elternteil das nicht oder verweigert er die Zahlung, übernimmt die Unterhaltsvorschusskasse die Zahlung an das Kind, die Unterhaltsvorschusskasse geht also in Vorlage. Die Unterhaltsansprüche gehen auf den Staat über, der die geleisteten Zahlungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückfordert und gegebenenfalls dies mit einer Klage gerichtlich geltend macht.

Für wen?
Die Zahlung des Unterhaltsvorschusses kann in Anspruch nehmen

  • ein Kind, das noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat
  • der eine Elternteil, der ledig, verwitwet oder geschieden ist und bei dem das Kind lebt
  • der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt; der den Unterhalt gar nicht oder nur gelegentlich zahlt.

In welcher Höhe und für wie lange?
Der Unterhaltsvorschuss beträgt monatlich

  • für Kinder bis 5 Jahre: 150 Euro
  • für Kinder von 6 bis 11 Jahre: 201 Euro
  • für Kinder von 12 bis 17 Jahre: 268 Euro (ab 1. Juli 2017; Voraussetzung ist, dass das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist oder der alleinerziehende Elternteil im SGB II-Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro brutto erzielt.)
Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich bundesweit nach dem Mindestunterhalt. Für die Berechnung des Unterhaltsvorschussbetrages wird das für ein erstes Kind zu zahlende Kindergeld in voller Höhe von dem Mindestunterhalt abgezogen. Unterhaltsvorschuss wird gegebenenfalls auf Hilfeleistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII durch das Sozialamt bzw. auf das Sozialgeld nach dem SGB II durch den Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Jobcenter) angerechnet.

Wo und wie wird es beantragt?
Der Antrag muss schriftlich bei den Unterhaltsvorschussstellen eingereicht werden. Dort erhalten Sie auch bei Bedarf Beratung und Information. Die Unterhaltsvorschussstellen sind die Jugendämter bzw. Fachdienste für Jugend der Stadt- oder Kreisverwaltungen.
Alleinerziehenden wird empfohlen, einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss nach den neuen Regelungen noch im Juli 2017 beim zuständigen Jugendamt zu stellen. Auch eine spätere Antragstellung im September 2017 reicht aus, um Ansprüche für die Zeit ab 1. Juli 2017 geltend zu machen.

Folgende Dokumente stehen als Download auf der Website des Niedersächsischen Sozialministeriums bereit:

Niedersachsen

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Weiterführende Informationen, Broschüren und Links

Buchtipp Der Unterhaltsvorschuss - Eine Hilfe für Alleinerziehende
Die Broschüre des Bundesfamilienministeriums enthält ausführliche Informationen zum Unterhaltsvorschuss. Sie steht auf www.bmfsfj.de als Download zur Verfügung.

Webtipp Auch auf der Website des Niedersächsischen Sozialministeriums sind Informationen zum Unterhaltsvorschuss zu finden.

RechtlichesDie Vorschriften zum Unterhaltsvorschuss sind im "Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kinder alleinstehender Mütter und Väter durch Unterhaltsvorschüsse oder -ausfalleistungen" (UhVorschG) auf der Website des Bundesjustizministeriums nachzulesen.

BeratungHier finden Sie in den Elterninformationen A-Z mehr zum Thema - ausführliche Hinweise auf Websites und Ratgeber zu den Stichwörtern Unterhaltsrecht, Sorgerecht, Umgangsrecht, Vaterschaft, Trennung und Scheidung.