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Elternarbeit, Frühe Hilfen und Migrationsfamilien

Nach aktuellen Ergebnissen des Mikrozensus hat jeder vierte Minderjährige in Niedersachsen einen Migrationshintergrund. Bei den Kindern unter sechs Jahren erhöht sich dieser Anteil auf 30 Prozent.

Angebote der Elternbildung und der Kinder- und Jugendhilfe werden von Migrationsfamilien aber nur selten in Anspruch genommen. Beispielsweise sind bei den Hilfen zur Erziehung Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Durchschnitt der niedersächsischen Jugendämter mit lediglich 12 Prozent vertreten. Nach Expertenschätzungen ist davon auszugehen, dass Angebote der Elternarbeit und der Frühen Hilfen von Migrationsfamilien noch seltener in Anspruch genommen werden.

Mit dem Projekt "EFi - Elternarbeit, Frühe Hilfen und Migrationsfamilien" will das Land Niedersachsen die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe dabei fördern, die Elternarbeit mit Migrationsfamilien in ihrem Zuständigkeitsbereich zu intensivieren. Ziel ist vor allem eine strukturellere und damit nachhaltige Vernetzung der Bereiche Elternarbeit, Elternbildung und Frühe Hilfen mit dem Bereich Integration und Migration. Angebote der Elternarbeit und Früher Hilfen sollen Migrationsfamilien durch niedrigschwellige, spezifische Zugänge besser erreichen. Dafür sollen die besonderen Anforderungen vor dem Hintergrund spezifischer Wert- und Erziehungsvorstellungen identifiziert und berücksichtigt werden.

Kooperation und Vernetzung
Die Einbindung von Vertrauenspersonen mit eigenem Migrationshintergrund und die persönliche Ansprache der Eltern durch diese Vertrauenspersonen stellen hier gute Möglichkeiten dar: gefragt sind Integrations- und Erziehungslotsinnen und -lotsen, Elternmedientrainerinnen und -trainern sowie andere interessierte Ehrenamtliche.

In die Zusammenarbeit einbezogen werden sollen auch Träger der Elternarbeit und Früher Hilfen mit Institutionen der Kooperativen Migrationsarbeit Niedersachsen (KMN), den kommunalen Leitstellen Integration sowie Migrantenselbstorganisationen. Die örtlichen Familienbüros übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Sie bieten Integrations- und Erziehungslotsinnen und -lotsen sowie anderen Ehrenamtlichen eine Arbeitsstruktur, können Angebote bündeln und die Kooperation von Institutionen initiieren und absichern. In den Landkreisen sollen die Jugendämter dabei eine beratende Rolle übernehmen.

Wissenschaftliche Begleitung/Prozessbegleitung
Es ist vorgesehen, das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) in das Projekt einzubinden. Neben der Auftaktveranstaltung im Januar 2011 sind mehrere Regionalkonferenzen und landesweite Fachtage geplant.

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