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Vaterschaft

Vater eines Kindes ist der Mann,

  • der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist
  • der die Vaterschaft anerkannt hat
  • dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.

Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet, kann der Vater die Vaterschaft anerkennen. Auch schon vor der Geburt kann die Anerkennung erfolgen. Eine Vaterschaftsanerkennung setzt voraus, dass

  • nicht eine Vaterschaft eines anderen Mannes besteht
  • die Mutter der Anerkennung zustimmt
  • das Kind zustimmt, wenn die Mutter nicht die elterliche Sorge hat
  • sie und die Zustimmung öffentlich beurkundet werden.

Klärung der Vaterschaft
Die Frage, von wem ein Kind abstammt, kann für eine Familie von existentieller Bedeutung sein. Der rechtliche Vater möchte wissen, ob er auch der biologische Vater ist. Das Kind möchte wissen, von wem es abstammt. Oder vielleicht möchte auch die Mutter Klarheit schaffen. SpielplatzDeshalb haben Vater, Mutter und Kind jeweils gegenüber den anderen beiden Familienangehörigen einen Anspruch auf Klärung der Abstammung. Das heißt, sie müssen einem Vaterschaftstest zustimmen und die Entnahme der erforderlichen Proben dulden - eine fehlende Einwilligung wird grundsätzlich vom Familiengericht ersetzt. Allerdings kann das Verfahren im Sinne des Kindeswohls ausgesetzt und später wieder aufgenommen werden. Denn die Information, dass der rechtliche Vater nicht der "echte" Vater ist, kann ein Kind stark verunsichern, vor allem dann, wenn es sich in schwierigen Lebenslagen oder Entwicklungsphasen befindet. Das Kind muss also stabil genug sein, um eine solche Information verkraften zu können.

Bei erwiesener Nicht-Vaterschaft bleibt die rechtliche Situation der Familie unberührt. Das zweifelnde Familienmitglied hat dann die Wahl, ob es ein Anfechtungsverfahren in Anspruch nehmen will.

Rechtliches Übrigens! Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 13. Februar 2007 (1 BvR 421/05) festgestellt, dass ein heimlicher Vaterschaftstest im gerichtlichen Verfahren nicht verwertet werden darf. Dies würde das Kind in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzen. Weitere Informationen zum Urteil finden Sie auf der Website des Bundesverfassungsgerichts.

Rechtliches Anders herum: Das Wissen über die eigene Abstammung gehört zum Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und zur Menschwürde. Daher muss ein Arzt, der künstliche Befruchtungen durchführt, auch Auskunft über die Identität eines Samenspenders geben. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in seinem Urteil vom 6. Februar 2013 (I-14 U 7/12) zugunsten einer jungen Frau entschieden, die auf Herausgabe des Namens ihres biologischen Vaters geklagt hatte. Mehr zum Urteil finden Sie auf der Website des OLG Hamm.

Anfechtung der Vaterschaft
Innerhalb von zwei Jahren kann die Vaterschaft angefochten werden. Die Frist beginnt ab dem Zeitpunkt, an dem Umstände bekannt werden, die gegen eine Vaterschaft sprechen. Zuständig für die gerichtliche Feststellung der Vaterschaft ist das Familiengericht. Das Anfechtungsverfahren ist unabhängig von dem Verfahren zur Durchsetzung des Klärungsanspruchs. Das zweifelnde Familienmitglied hat die Wahl, ob es eines oder beide Verfahren, das heißt zunächst das Klärungsverfahren und dann eventuell auch ein Anfechtungsverfahren, in Anspruch nehmen will.

Die Vaterschaft kann angefochten werden von

  • dem Mann, der zur Zeit der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet war oder der die Vaterschaft anerkannt hat
  • dem Mann, der an Eides statt versichert, mit der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit zusammen gewesen zu sein (das Gesetz enthält dazu eine Tabelle, nach der die Empfängniszeit berechnet werden kann)
  • der Mutter
  • dem Kind.
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