Hilfen in der Schwangerschaft und nach der Geburt - Familienhebammen und ehrenamtliche Helferinnen

Schwangere haben auch nach der Entbindung Anspruch auf die Hilfe einer Hebamme – bis zu acht Wochen nach der Geburt kommen die Hebammen ins Haus. Fachkundig unterstützen sie Säuglingseltern bei der Babypflege, helfen bei Stillproblemen und vermitteln Wissen zu Ernährung oder Gesundheitsvorsorge. Die Kosten werden von den Krankenkassen getragen.

Bei Vorliegen eines ärztlichen Rezeptes z.B. zum Thema "Ernährungsberatung für das Kind" ist der Besuch einer Hebamme auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen auch länger möglich.

Wer aber hilft, wenn größere Probleme vorliegen, z.B. körperliche oder emotionale Schwierigkeiten in der Schwangerschaft und bei der Versorgung und Betreuung des Kindes? In Niedersachsen gibt es dazu spezielle Hilfeangebote:

Fachkräfte Frühe Hilfen / Familienhebammen

Fachkräfte Frühe Hilfen wie die Familienhebammen oder die Familien-, Gesundheits-, Kinderkrankenpflegerinnen unterstützen Schwangere, junge Mütter und junge Eltern während der Schwangerschaft und bis zum 1. Lebensjahr des Kindes. Sie kommen ins Haus, wann immer Hilfe benötigt wird. Ihre praktische Unterstützung ist nicht nur auf die Schwangerschaftsbetreuung, auf Babypflege oder auf Gesundheitsfragen begrenzt – Sie vermitteln auch weitere Hilfsmöglichkeiten, helfen beim Stellen von Anträgen oder begleiten bei Behördengängen.

Für wen?
Fachkräfte Frühe Hilfen unterstützen schwangere Frauen und Eltern, die sich in schwierigen materiellen und sozial belastenden Lebenslagen befinden:

  • minderjährige Mütter
  • alleinerziehende Mütter / Väter mit ausgeprägter Überforderung
  • sozial und oder finanziell stark benachteiligte Eltern
  • Mütter / Eltern in sozialer Einsamkeit und ohne Kontakte
  • schwangere Frauen, die im gewalttätigen Milieu oder mit gewalttätigen Männern leben
  • Eltern mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund
  • psychisch kranke Mütter oder Väter
  • suchtkranke Mütter oder Väter

Niedersachsen Wo und wie kann die Hilfe beantragt werden?
In Niedersachsen setzen mittlerweile fast alle Jugendämter Familienhebammen ein. Dieses Unterstützungsangebot ist kostenlos und unkompliziert zu erhalten. Die Kontaktdaten der vermittelnden Jugendämter und anderer Einrichtungen finden Sie in der Aktionslandkarte unter der Kategorie "Familienhebammen/Hebammen".

wellcome in Niedersachsen

Das bundesweite Projekt wellcome bietet Familien nach der Geburt vielfältige praktische Hilfe: ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sind im Haushalt behilflich, bringen die Geschwisterkinder in den Kindergarten oder spielen mit ihnen, während sich die Mutter ausruht, oder begleiten zum Kinderarzt. Die Unterstützung während der ersten Wochen und Monate nach der Entbindung ist individuell. Die Mitarbeiterin kommt etwa zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden.

Für wen?
Die Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen können alle Schwangeren und Eltern von Säuglingen beantragen.

Niedersachsen Wo und wie kann die Hilfe beantragt werden?
In Niedersachsen gibt es mittlerweile über 20 Standorte des Projektes. Die Adressen und Ansprechpartnerinnen, die den Einsatz der Ehrenamtlichen koordinieren, sind auf unserer Aktionslandkarte unter der Kategorie "wellcome" zu finden. Für die Vermittlung werden einmalig 10 Euro berechnet, für die Betreuung 5 Euro pro Stunde. Bei finanziellen Schwierigkeiten wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. Mehr Informationen bietet das Faltblatt wellcome - Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt.

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